Durchsuchungen am Mittwoch im Gelsenkirchener Rathaus
Mögliche Korruption bei Fußball-EM : Durchsuchungen im Rathaus Gelsenkirchen
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Seit heute Morgen laufen deutschlandweit Durchsuchungen im Zusammenhang mit möglichen Korruptionsfällen rund um die Fußball-EM 2024 und ihre Ausrichterstädte. Dazu gehören auch Dortmund, Düsseldorf und Gelsenkirchen. Dabei spielt Gelsenkirchen offenbar eine besondere Rolle.
Das Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen am Mittwochmorgen. Ermittler sind dort im Rathaus unterwegs und stellen Akten sowie Datenträger sicher. Den Einsatz bestätigt dem WDR auch ein Stadtsprecher. Der Hintergrund: Offenbar der Verdacht gegen einen ehemaligen städtischen Mitarbeiter im Zusammenhang mit Vorteilsnahmen bei der Fußball-EM 2024.
Durchsuchungen: Gelsenkirchen im Fokus
Bislang gibt es nur wenige offizielle Informationen zum Hintergrund. Fest steht aber: Gelsenkirchen ist nicht allein betroffen, spielt aber offenbar eine zentrale Rolle. Die federführende Staatsanwaltschaft Bochum teilte am Vormittag mit, es gebe an mehreren Orten im Bundesgebiet Durchsuchungen.
Das Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen wurde am Mittwoch durchsucht
Und weiter: "Gegenstand der Ermittlungen sind mutmaßlich gewährte, nicht genehmigte Vorteile, unter anderem in Form eines Fußballländerspielbesuches, die ein damals für eine Gastgeberstadt tätiger Beschuldigter von hierfür Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft erhalten haben soll."
Vorteilsnahme durch Stadt-Mitarbeiter?
Aus Sicherheitskreisen hat der WDR erfahren, dass rund hundert Einsatzkräfte des Landeskriminalamts seit heute früh im Einsatz seien. Im Fokus der Ermittlungen stünden ein Deutscher und ein Franzose.
Gelsenkirchen war 2024 eine der EM-Städte in Deutschland
Demnach habe der Franzose in leitender Position bei der „Euro 2024 GmbH” gearbeitet, die als Tochtergesellschaft der UEFA und des DFB für die Ausrichtung des Turniers verantwortlich war. In dieser Funktion soll er dem Deutschen, der in leitender Funktion bei der Stadt Gelsenkirchen tätig und mit der EM betraut war, zum Halbfinale Spanien gegen Frankreich nach München eingeladen haben.
Mitarbeiter wohl schon im Vorfeld auffällig
Wie es weiter aus Sicherheitskreisen heißt, soll der Gelsenkirchener die Reise angetreten sein. Im Rahmen seiner Amtsausübung soll er so einen finanziellen Vorteil von rund 2.400 Euro erlangt haben, unter anderem durch die Übernahme der Hotelkosten.
Der Mann sei außerdem schon zuvor unter anderem wegen Betrugsverdacht in einem anderen Fall polizeilich in Erscheinung getreten und inzwischen nicht mehr für die Stadt Gelsenkirchen tätig.
Neben Gelsenkirchen soll es in NRW auch Durchsuchungen auch in Dortmund, Düsseldorf und Köln, alles Austragungsorte der damaligen Fußball-EM in Deutschland. Auch die DFB-Zentrale in Frankfurt wurde von Ermittlern durchsucht.
Düsseldorf bestätigt Durchsuchung bei Verwaltung
Ein Sprecher der Stadt Düsseldorf hat auf WDR-Anfrage bestätigt, dass es am Mittwoch eine Durchsuchungsmaßnahme in der Verwaltung gegeben habe - und zwar auf Grundlage eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bochum.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf arbeite mit den Ermittlungsbehörden uneingeschränkt kooperativ zusammen. "Nach derzeitigem Kenntnisstand richtet sich das Ermittlungsverfahren nicht gegen Mitarbeitende der Landeshauptstadt Düsseldorf", so der Stadtsprecher per Mail.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Bochum
- Stadt Gelsenkirchen
- Stadt Düsseldorf
- WDR-Informationen aus Sicherheitskreisen
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 01.07.2026, 11.31 Uhr
