Die Zahl an Gewalt- und Diskriminierungsfällen gegen Schiedsrichter im Amateurfußball reißt nicht ab. Das hat der Deutsche Fußball-Bund DFB am Freitag in seinem jährlichen Fazitbericht "Lagebild Amateurfußball" vorgestellt. In Gelsenkirchen startet deshalb schon dieses Wochenende ein in Deutschland einmaliges Pilotprojekt: Für mehr Sicherheit bekommen Schiedsrichter in der Kreisliga B in Gelsenkirchen Bodycams.
Bodycams für Schiedsrichter: Kameras zeichnen erst bei Aktivierung auf
Es geht vor allem um das Sicherheitsgefühl der Schiedsrichter und das Verhalten aller Beteiligten auf dem Platz. Die Bodycams nehmen zwar permanent auf, alle 30 Sekunden werden die Bilder aber automatisch überschrieben.
Erst durch ein Aktivierung durch den Schiedsrichter wird die Aufnahme gespeichert. Dadurch bleibt der Datenschutz gewährleistet. Während des Projekts gibt es außerdem regelmäßig begleitende Befragungen der Schiedsrichter.
Mehr Spielabbrüche als 2025
Während die Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung gegen Referees in der letzten Saison zum dritten Mal in Folge leicht abgenommen haben, hat sich die Anzahl der Spielabbrüche von 825 auf 842 erhöht. Der DFB berichtet von 5.450 Vorfällen in der letzten Saison, im Vorjahr waren es 5.566, in der Saison 2023/2024 5.836 Vorfälle.
"Insgesamt zeigen die aktuellen Zahlen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Der leichte Anstieg bei den Spielabbrüchen zeigt, dass es keinen Anlass gibt, sich mit der grundsätzlich positiven Entwicklung der vergangenen Jahre zufriedenzugeben." 1. DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann
Ergebnis Teil einer internationalen FIFA-Bewertung
Die Auswertung aller Daten geschieht am Ende des Pilotprojekts. Die Aufzeichnungen und Befragungsergebnisse werden dann mit den Vorfallstatistiken und den ausgeteilten Gelben und Roten Karten zusammen betrachtet und abschließend mit der Vorsaison verglichen.
Die Resultate fließen in eine internationale Bewertung durch die FIFA ein. Das Pilotprojekt ist eine Kooperation des DFB mit der FIFA und dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW).
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB)
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 11.09.2026, 14:31 Uhr