Jugendlicher löst Großeinsatz aus
Bildquelle: WDR / Alex TalashWDR. 2 Min. 31 Sek.. Verfügbar bis 31.08.2028.
Falscher Mord-Notruf in Hagen : Jugendlicher löst Großeinsatz aus
Stand:
In Hagen hat ein vermeintlicher Mord-Notruf am Sonntagabend einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Ein zunächst unbekannter Anrufer hatte behauptet, seinen Vater ermordet zu haben. Inzwischen scheint geklärt, wer hinter dem folgenschweren Fake-Notruf steckt.
Nach dem Anruf rückten Einsatzkräfte mit mehreren Streifenwagen und in voller Schutzausrüstung im Hagener Stadtteil Wehringhausen an. Der Anrufer hatte außerdem behauptet, bewaffnet auf die Polizei loszugehen. Deshalb sperrten Polizisten mehrere Straßen ab.
Der Einsatz dauerte anderthalb Stunden, dann stellte sich heraus, die angebliche Tat war frei erfunden. Ein unbekannter Anrufer hatte die Telefonnummer eines Bewohners manipuliert. Dieser Mann war gar nicht vor Ort, seinem Vater ging es gut.
Jugendlicher löst Großeinsatz nach Anruf mit falscher Identität aus
Jetzt steht offensichtlich fest, wer hinter dem falschen Notruf steckt. Die Ermittler haben einen Jugendlichen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis als mutmaßlichen Anrufer identifiziert. Er soll bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Taten aufgefallen sein.
Nach Polizeiangaben handelt es sich um sogenanntes Swatting. Dabei wird mit falschen Telefonnummern absichtlich ein Großeinsatz an der Adresse von unschuldigen Menschen ausgelöst. Oft sind auch Promis Opfer von "Swatting".
Gegen den Jugendlichen wird nun wegen Vortäuschens einer Straftat, Störung des öffentlichen Friedens und des Missbrauchs von Notrufen ermittelt.
Gebühren von 50 bis zu 100.000 Euro fällig
Bei nachweislich missbräuchlichen Notrufen kann die Polizei dem Verursacher die entstandenen Kosten in Rechnung stellen. Je nach Umfang des Einsatzes kann dabei ein Bußgeld zwischen 50 und 100.000 Euro anfallen.
Tino Schäfer äußerte sich als Pressesprecher der Polizei Hagen zu den Ermittlungen.
Bildquelle: WDR / Olaf Tack"Letztlich muss man sagen, die Polizeikräfte waren alle gebunden und hätten für andere Einsätze nicht zur Verfügung gestanden." Tino Schäfer, Polizei Hagen
Wenn der Verursacher das Bußgeld zunächst nicht begleichen kann, bleibt die Zahlungspflicht dennoch bestehen. Die Kosten müssen dann zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden. In diesem Fall, wenn der Jugendliche berufstätig ist.
Unsere Quellen:
Sendung: WDR.de, Jugendlicher löst Großeinsatz in Hagen aus, 31.08.2026, 11:15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 31.08.2026, 19:30 Uhr