Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist bei längeren Trockenperioden eine übliche Maßnahme: Die Gelsenwasser AG leitet bei Senden Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal in die Stever. Dieser Fluss fließt in die Halterner Trinkwassertalsperren.
An der Stever sorgen Sprudler für mehr Sauerstoff im Wasser
Bildquelle: Markus Holtrichter/ WDRDadurch sollen die Wasserstände stabil gehalten werden. Gleichzeitig soll verhindert werden, das erneut Fische in der Stever sterben. Das ist zuletzt vor vier Jahren passiert. Um die Wasserqualität zusätzlich zu verbessern, setzt die Gelsenwasser AG vorsorglich große Belüftungsanlagen ein. Diese versorgen sowohl die Wasseroberfläche als auch den Flussgrund mit Sauerstoff.
Zwei von drei Talsperren noch gut gefüllt
Trotz der anhaltenden Trockenheit sind die Trinkwasservorräte in Haltern derzeit weiterhin ausreichend. Die Talsperre Hullern ist zwar inzwischen weniger als zur Hälfte gefüllt. Die beiden anderen Talsperren weisen jedoch noch einen Füllstand von mehr als 90 Prozent auf.
"Wir versuchen natürlich, möglichst wenig Wasser aus unseren Talsperren abfließen zu lassen." Matthias Lindner, Gelsenwasser
Grund für die vergleichsweise entspannte Lage trotz großer Dürre ist, dass die Gelsenwasser AG die Seen im ersten Halbjahr auf nahezu 100 Prozent aufgestaut hatte. Seit Monaten lässt das Unternehmen nur geringe Mengen aus den Seen abfließen. Dabei wird jedoch sichergestellt, dass die Stever nicht austrocknet.
Über das Wasserwerk in Haltern versorgt die Gelsenwasser AG rund eine Million Menschen im Ruhrgebiet und im Münsterland mit Trinkwasser. Das Wasser wird nicht direkt aus den Talsperren entnommen. Stattdessen versickert es zunächst im Untergrund und wird dort auf natürliche Weise gefiltert, bevor es aufbereitet und als Trinkwasser genutzt wird.
Unsere Quellen:
- Gelsenwasser AG
- Eindrücke von WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Trinkwasser-Erzeuger in Haltern reagiert auf extreme Trockenheit, 11.08.2026, 09:47 Uhr