Rollator-Training für Senioren in Gladbeck
Bildquelle: WDR/Fabienne StrohmerWDR. 2 Min. 31 Sek.. Verfügbar bis 10.09.2028.
In einer langen Schlange stehen - oder sitzen - sie vor dem Parcours der Polizei Recklinghausen für das Rollator-Training. Der Ansturm auf das diesjährige Angebot in Gladbeck war groß: Bis zu 150 Personen sind an diesem Vormittag für kostenfreie Tipps vorbeigekommen.
Wichtige Fragen waren zum Beispiel: Wie überwinde ich eine Stufe? Was muss ich tun, wenn ich auf einmal über Kopfsteinpflaster gehe? Und wie stelle ich den Rollator überhaupt richtig ein? Von 9 bis 12 Uhr fanden die Rentnerinnen und Rentner auf dem Willy-Brandt-Platz in Gladbeck am Mittwoch Antworten.
Für das kostenlose Training standen die Seniorinnen und Senioren Schlange.
Bildquelle: WDR/Fabienne StrohmerFür viele ist gerade Busfahren eine Herausforderung
Eine der Teilnehmerinnen ist Gisela Filodda. Die 81-Jährige sagt, dass sie schon im letzten Jahr dabei sein wollte, es aber nicht geklappt hat. Dieses Jahr hat sie alles abgesagt, damit sie endlich dabei sein kann.
"Vor allem interessiert mich das Ein- und Aussteigen in den Bus. Ich sehe das bei vielen Leuten, dass sie dann rückwärts gehen, aber würde mich das alleine nicht trauen. Und jetzt werd' ich ja gleich mal sehen, was dabei rumkommt." Gisela Filodda
Neben dem Parcours auch ein Übungsbus
Damit ist sie an diesem Tag nicht alleine. Viele der Teilnehmerinnen unterhalten sich beim Warten über dieselben Herausforderungen. Das Busfahren ist hier eines der Top-Themen. Deshalb wird auch genau das nach dem ersten Übungsparcours gelernt.
Wichtig ist, dass die Seniorinnen und Senioren nämlich rückwärts aus dem Bus aussteigen, betont eine Mitarbeiterin der Vestischen Straßenbahn GmbH. So vermindern sie das Unfallrisiko. Sollte nämlich sonst beim vorwärts Aussteigen mal die Bremse nicht richtig angezogen sein, wird es schnell gefährlich. "Ich werde das beim nächsten Mal versuchen. Es ist aber auch eine Überwindung", sagt Gisela Fiddola.
Eine wichtige Erkenntnis: Mit dem Rollator immer rückwärts aus dem Bus aussteigen.
Bildquelle: WDR/Fabienne StrohmerPolizei Recklinghausen bietet das Training in all ihren Städten an
Das Rollator-Training wird von der Polizei Recklinghausen seit 2021 einmal im Jahr in all ihren Städten durchgeführt. Für das Team der Verkehrsunfallprävention ist das ein wichtiger Bestandteil.
"Viele fühlen sich in der Handhabung unsicher und trotzdem sind sie Verkehrsteilnehmer, die die Straßen überqueren. Und wenn man dann unsicher ist, ist das auch eine potenzielle Gefahrenquelle für die Senioren selbst." Alexandra Ruthmann, Verkehrsunfallprävention Polizei Recklinghausen
Was ist denn der "Kicktritt" beim Rollator?
Was man heute auch oft beobachtet: Alexandra Ruthmann muss die Seniorinnen und Senioren teilweise bremsen. In der eigenen Überzeugung, alles richtig zu machen, fallen viele Wissenslücken auf.
Da muss erstmal das Grundsätzliche erklärt werden: "Sie wissen zum Beispiel nicht, dass man viele Rollatoren mit Hilfe eines Tritts kippen kann, um dann leichter auf einen Bordstein hochzukommen. Oder wie man mit den Bremsen umgeht. Wenn sie ihren Rollator hier kennenlernen, sind sie einfach sicherer im Umgang."
Wichtige Tipps:
- Der Rollator muss auf der richtigen Höhe eingestellt sein.
- Mit der Tritthilfe kommt man leichter über Erhöhungen.
- Bremsen können leicht angezogen, festgestellt oder zum engen Kurven fahren benutzt werden.
- Immer im Bus zuerst rückwärts aussteigen.
- Für eine gute Sichtbarkeit sollten Reflektoren am Rollator befestigt sein.
Nächster Parcours wieder im Sommer
Für dieses Jahr war es das letzte Rollator-Training. Im Sommer nächsten Jahres gibt es wieder neue, kostenfreie Angebote. Anmelden muss man sich vorab nicht.
Unsere Quellen:
- Polizei Recklinghausen
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Rollator-Training mit Parcours in Gladbeck, 10.09.2026, 15:54 Uhr
