Noch wühlen sich die Arbeiter bei Haltern und Marl tief durch den Schlamm, baggern, bauen, modellieren. Das spektakuläre Großprojekt an der Lippe ist jetzt auf der Zielgeraden. Die neuen Deiche stehen weitgehend und ermöglichen parallel neue und extrem wertvolle Lebensräume an der Lippe.
Die Deiche sollen ein Hochwasser aufhalten können, wie es statistisch gesehen nur alle 250 Jahre auftritt. Wegen des Klimawandels nimmt die Wahrscheinlichkeit solcher Szenarien aber zu. Zwar herrscht hier im Moment Dürre, extreme Niederschläge dürfte es aber in Zukunft öfter geben.
"Wir freuen uns natürlich, wenn auch die Bürgerinnen und Bürger, die hier unterwegs sind, Spaß an der Region haben und gerne hier mal mit dem Rad vorbeikommen.“ Frank Obenaus, Lippeverband
Frank Obenaus sieht die Ziele des Umbaus nahezu erreicht.
Neben dem Hochwasserschutz sollen die durch den Deichbau entstandenen riesigen neuen Auen auch zum wertvollen Lebensraum werden, vor allem für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Mit flachem Ufer, hohem Schilf und kleinen Inseln. Die Natur ist bereits dabei, die fertigen Bereiche der Großbaustelle für sich zu erobern.
Folgen des Kohle-Abbaus
Das Mammutprojekt wurde notwendig, weil das Gelände rund um die Deiche und das Ufer durch den Steinkohlebergbau um viele Meter abgesackt sind. Die Lippe stand hier dadurch auch schon bei Normal-Pegel relativ hoch an den alten Deichen an. Das ist jetzt Geschichte.
Ein Herz für die Lippe - mitten in den neuen Auen
Die RAG trägt als Nachfolgerin der Ruhrkohle AG zwei Drittel der Kosten von rund 95 Millionen Euro. Das Land NRW übernimmt den Rest. Die riesigen Bodenmengen für die neuen Deiche kamen über den benachbarten Wesel-Datteln-Kanal auf die Baustelle.
Unsere Quellen:
- Emschergenossenschaft/Lippeverband
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 23.07.2026, 13:30 Uhr
