Spatenstich für neuen Batteriespeicherpark in Waltrop
Bildquelle: WDR / Kay BandermannWDR. 2 Min. 36 Sek.. Verfügbar bis 21.09.2028.
So ein Termin ist ganz nach dem Geschmack der grünen Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur. Auch wenn noch kein einziger Akku weit und breit zu sehen ist. Speicherkapazitäten sind unverzichtbar zum Gelingen der sogenannten Energiewende. "Wind- und Sonnenstrom, der sonst verloren ginge, wird gespeichert und dann genutzt, wenn er gebraucht wird. Das ist ein Schritt mehr in Richtung Frieden und Freiheit in Europa.“
Die Bauarbeiten für den Batteriepark in Waltrop haben begonnen.
Bildquelle: WDR / Kay BandermannDie Aachener Trianel GmbH investiert zusammen mit anderen Gesellschaften, die auf Energieinfrastruktur-Investments spezialisiert sind, in einen Batteriespeicherpark der Superlative. In Waltrop werden am Datteln-Hamm-Kanal Lithium-Akkus in 800 See-Containern verstaut auf einem Brachgelände aufgestellt. Die Anlage ist dann mit einem großen Kohle- oder Gaskraftwerk mit 900 Megawatt Leistung vergleichbar.
In den Akkus können 1.800 Megawattstunden Strom gespeichert. Diese Menge würde ausreichen, um 250.000 Haushalte einen ganzen Tag mit Strom zu versorgen.
Notstrom in der "Dunkel-Flaute"
Das ist das Prinzip: Wenn die Sonne lange scheint oder starker Wind weht, fließt viel Ökostrom ins Netz. Mehr, als direkt verbraucht werden kann. Diese überschüssige Energie wird dann in den vielen hundert Speichermodulen in Waltrop und anderswo in Deutschland gespeichert. Sind Sonne und Wind dagegen schwach, spricht man von einer Dunkelflaute. Dann wird der Riesen-Akku in Waltrop angezapft und schickt diese Energie - quasi wie ein Notstrom-Aggregat - zurück ins Netz.
Ein Vorteil des Standortes: er ist leicht an das Hochspannungsnetz angeschlossen.
Bildquelle: WDR / Kay BandermannUnd wenn der Akku leer ist? Das ist die Kernfrage in der Debatte um die Zukunft unserer Energieinfrastruktur. Reicht langfristig der Strom aus erneuerbaren Energien aus, wenn er nur gespeichert werden kann? Und: Wie viele Speicherparks brauchen wir? Und wo? Oder brauchen wir doch mehr verlässliche Gaskraftwerke für längere Phasen einer Dunkel-Flaute?
Ministerin: die Mischung macht's
Für Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur steht fest: die richtige Mischung aus Produktion und Speicherung macht das Gelingen der Energiewende aus. "NRW zeigt sich damit einmal mehr als Top-Standort für Zukunftstechnologien: Mit diesem Projekt wird die nächste Phase der Energiewende hier im Ruhrgebiet gebaut.“
NRW-Ministerin Mona Neubaur besucht die Baustelle mit dem Waltroper Bürgermeister Marcel Mittelbach und Trianel-Chef Sven Becker.
Bildquelle: WDR / Kay BandermannSven Becker, der Vorstandssprecher der Trianel GmbH (Aachen) spricht in Waltrop ebenfalls von "der zweiten Halbzeit der Energiewende". Der Bau von Wind- und Solarparks laufe. Jetzt müsse die Netzinfrastruktur nachziehen - dazu zähle auch dieses Projekt. "Große Speicher übernehmen eine Schlüsselrolle für Versorgungssicherheit, Netzstabilität und die Nutzung erneuerbarer Energien."
Für Waltrop "ein Sechser im Lotto"
Für Waltrops Bürgermeister Marcel Mittelbach (SPD) ist der Park am Kanal wie "ein Sechser im Lotto". Nur wenige Meter weiter ist die Stadtgrenze nach Lünen. Viele Jobs werde des nicht geben, sagt der SPD-Mann. Aber: "Es bedeutet ein Stück Versorgungssicherheit für unsere Stadt und wir profitieren von der Gewerbesteuer.“ Die könnte im siebenstelligen Bereich pro Jahr liegen.
Der erste Strom fließt in zwei Jahren
Auf der Baustelle wird zunächst das Gelände auf ein Niveau gebracht. Das befürchtete Chaos durch den Baustellenverkehr im Grenzgebiet zwischen Lünen und Waltrop blieb bis jetzt aus. Ob sich das ändert, wenn ab dem kommenden Sommer die 800 Container angeliefert werden, bleibt abzuwarten.
Die komplexe Installation und der Anschluss brauchen seine Zeit. Die Inbetriebnahme soll im dritten Quartal 2028 erfolgen.
Unsere Quellen:
- Interviews am Rande des 1. Spatenstichs
- Pressemitteilung Trianel
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 21.09.2026, 19:30 Uhr