Hier profitieren Mieter ohne eigenes Dach mit Solarstrom

Bildquelle: WDR / Lara Burghardt

WDR 47 Sek. Verfügbar bis 15.09.2028

435 Wohnungen mit Solarstrom In Köln profitieren auch die Mieter

Stand:

Die Ossendorfer Gartenhöfe im Stadtbezirk Köln-Ehrenfeld werden zum größten Mieterstromquartier in NRW. Für die Mieter bedeutet das nicht nur eine klimafreundliche Energieversorgung: Der Mieterstromtarif soll mindestens zehn Prozent unter dem örtlichen Grundversorgungstarif liegen.

In den Ossendorfer Gartenhöfen sollen nun 435 Mietwohnungen durch Solaranlagen die Hälfte ihres Strombedarfs decken können.

Das Projekt der Energiegenossenschaft Green Planet Energy und die Wohnungsgenossenschaft "Die Ehrenfelder" soll zeigen, wie die Energiewende auch ohne eigenes Dach konkret und bezahlbar werden kann.

"Wir müssen, wenn wir die Energiewende voranbringen wollen, allen Menschen die Energiewende zugänglich machen. Sie müssen partizipieren können. Das können sie durch das Projekt" , sagt Nils Müller von Green Planet Energy.

"Der Strom, kommt hier vom Dach direkt in die Wohnung. Das, was überschüssig ist geht in den Batteriespeicher und der Rest geht ins Netz und man kann sagen ungefähr die Hälfte des Stroms, der in diesem Quartier verbraucht wird kommt zukünftig vom Dach und das ist eine gute Nachricht."

Das größte Mieterstrom-Projekt NRWs

Aufnahme des Dachs mit mehreren Solar-Panels in Nahaufnahme

Insgesamt 42 Photovoltaikanlagen erzeugen hier Strom für Mieterinnen und Mieter.

Bildquelle: WDR / Lena Burghardt

Auf insgesamt 55 Wohngebäuden wurden 42 Photovoltaikanlagen installiert, ergänzt durch Batteriespeicher mit rund 670 Kilowattstunden Kapazität. Die Anlagen erreichen eine Gesamtleistung von etwa 750 Kilowatt-Peak und erzeugen jährlich rund 690.000 Kilowattstunden Strom.

Damit wollen die Initiatoren zeigen, dass die Energiewende nicht nur Eigentümern zugutekommt, sondern auch den Mietern selbst.

Klimafreundliche Energieversorgung und günstigerer Strom für Mieter

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft könnten bundesweit bis zu 20 Millionen Haushalte mit Mieterstrom versorgt werden. Bisher existieren jedoch nur rund 5.400 Anlagen. Die Ossendorfer Gartenhöfe wollen zeigen, wie der Ausbau gelingen kann – insbesondere in großen Wohnquartieren, in denen viele Menschen gleichzeitig profitieren.

Im nächsten Jahr wird es schwerer, solche Projekte zu realisieren, denn das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht vor, dass kleine Photovoltaikanlagen, zukünftig nicht mehr vergütet werden, sagt Nils Müller, Vorstand der Energie-Genossenschaft "Green Planet Energy".

Nils Müller, ein Mann in Anzug, steht auf einem Dach. Im Hintergrund blauer Himmel.
"Das hat zur Folge, dass solche kleinen Anlagen zukünftig den Strom verkaufen müssen. Das ist teuer und macht die Anlagen am Ende unwirtschaftlich. Wenn der Gesetzgeber so vorgeht, wie geplant, werden wir solche Anlagen in Zukunft leider nicht mehr sehen und das ist ein großes Problem für viele Mieter." Nils Müller, Vorstand der Energie-Genossenschaft "Green Planet Energy"

Fällt die garantierte Vergütung durch das neue Gesetz weg, steigen für Anlagenbetreiber die Kosten. Branchenvertreter befürchten, dass dadurch weniger investiert wird und Projekte wie das in Köln-Ossendorf seltener umgesetzt werden.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • Genossenschaft "Die Ehrenfelder"
  • Green Planet Energy

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 15.09.2026, 18:30 Uhr

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