Kritik an Kugelstoßanlage an Schwerter Schule
Bildquelle: WDR / Michael WesterhoffWDR. 2 Min. 31 Sek.. Verfügbar bis 09.09.2028.
Schulleiter Heiko Klanke staunte nach den Sommerferien nicht schlecht, als er auf den Sportplatz seines Friedrich-Bährens-Gymnasiums ging. Hinter dem Kugelstoßring befindet sich ein neues Aschefeld, in das die Schüler die Kugel stoßen können. Das hat die Stadt gebaut, ohne ihn zu fragen oder ihm den Bau wenigstens mitzuteilen.
So sieht der neue Kugelstoßring aus.
Bildquelle: WDR / Michael Westerhoff50.000 Euro für zwei Aschefelder
Das ist bereits merkwürdig. Doch die Geschichte wird noch absurder. Die beiden Aschefelder haben nach Informationen des Schulleiters 50.000 Euro gekostet. Die Stadt Schwerte hat das Geld offenbar aus einem Fond genommen, der für den Aufbau von G9 gedacht ist. Mit diesen Mitteln soll die Ausweitung des achtjährigen Gymnasiums auf neun Jahre bezahlt werden.
"Da war ich doch arg verwundert, weil das Geld eigentlich für was anderes da ist", sagt Schulleiter Klanke im Gespräch mit dem WDR. Die Mittel seien "zur Schaffung von benötigtem Schulraum und Kauf neuer Möbel" gedacht. Schließlich habe seine Schule bei G9 100 Schüler mehr als vorher zu betreuen.
Schulleiter Heiko Klanke war verwundert über die hohen Ausgaben für die Aschefelder.
Bildquelle: WDR / Michael WesterhoffKlanke hatte das Geld schon für andere Zwecke vorgesehen: "Unser Chemieraum muss dringend vergößert werden, weil da nur 26 Schüler Platz finden." Ein Medienraum für die Kinder und ein neuer Aufenthaltsraum für Lehrer waren ebefalls geplant. Klanke fürchtet, dass diese Umbauten nun nicht mehr stattfinden, weil die Stadt Schwerte kein Geld habe.
Stadt Schwerte: Verwendung war korrekt
Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos stand nicht für ein persönliches Interview zur Verfügung. Das ist schade, denn vor seinem Job als Bürgermeister war er selber Lehrer am Schwerter Friedrich-Bährens-Gymnasium.
Die Stadt antwortet stattdessen nur schriftlich: "Die von der Schulleitung priorisierten Ausstattungsbedarfe wurden somit nicht zugunsten der Erneuerung der Wurfsegmente zurückgestellt."
In einer schriftlichen Stellungnahme der Stadt heißt es: "Für die Verwendung dieser Mittel ist kein Verwendungsnachweis gegenüber dem Land zu führen." Heißt aus dem Amtsdeutsch übersetzt: Die Stadt musste für das Geld keine Klassenräume bauen, auch eine Wurfanlage war möglich. "Als sportbetontes Gymnasium ist es im Interesse des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, möglichst attraktive Sportarten anbieten zu können", heißt es weiter.
Aschefelder jetzt schon beschädigt
Die schönen, neuen, dreckigen Aschefelder sind mit Steinen begrenzt worden, die allerdings schon nach einer Schulwoche beschädigt sind. "Problematisch sind Randsteine aus Beton. Da muss man damit rechnen, dass die schnell kaputt gehen. Beton ist halt spröde. Auf eine Eisenkugel reagiert der Beton nicht so gut", sagt Klanke leicht ironisch.
Seine Schule hat zwar aus den G9-Mitteln keinen neuen Chemieraum bekommen. Dafür aber zwei Aschefelder, die nach einer Woche schon beschädigt sind.
Unsere Quellen:
- Heiko Klanke, Schulleiter des Friedrich-Bährens-Gymnasiums
- Stadt Schwerte
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 09.09.2026, 15:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 09.09.2026, 18:08 Uhr
