Warum die Hitze sogar Fische stresst

WDR 01:45 Min. Verfügbar bis 31.07.2028

Ruhrverband warnt

Warum die Hitze sogar Fische stresst

Stand:

Die hohen Temperaturen der letzten Wochen setzen den Gewässern in NRW zu. An der Ruhr beobachten Angler und Experten bereits mehr tote Fische. Der Grund liegt direkt im Wasser. 

"Jetzt haben wir eine Wassertemperatur von 23,4 Grad", sagt Matthias Gebehenne vom Sportfischereiverein Herdecke, Hagen. Der Vereinsvorsitzende kniet an einem Steg direkt am Vereinsheim und misst die Wassertemperatur in der Ruhr. Er ist besorgt über die Werte. Denn für Raubfische wie Hechte oder Barsche sind solche Temperaturen eigentlich zu hoch.

Die Folgen zeigen sich in einigen Gewässern an der Ruhr. Bereits Ende Juni wurden am Kemnader See tote Hechte gefunden. Der Ruhrverband vermutet, dass das mit den hohen Wassertemperaturen zusammenhängen könnte.

Warum Fische bei Hitze unter Stress geraten

Das Problem liegt vor allem am Sauerstoff. "Mit steigenden Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Gewässer drastisch, während der Stoffwechsel der Fische gleichzeitig auf Hochtouren läuft", sagt Markus Kühlmann, Fischereiexperte beim Ruhrverband. Das setze die Fische bereits extrem unter Stress.

Klarer Appell an Anglerinnen und Angler

Deswegen gibt es einen klaren Appell von der Ruhrfischereigenossenschaft und vom Ruhrverband an Anglerinnen und Angler: Sie sollen im Moment auf das Angeln von Raubfischen verzichten.

Matthias Gebehenne misst regelmäßig die Temperatur im Fluss. | Bildquelle: WDR/Matthias Wagner

Bei hohen Temperaturen ziehen sich Raubfische in kühlere Tiefen zurück. Werden sie geangelt und später wieder freigelassen, kann der Temperaturwechsel zum Problem werden. „Dann wird der Fisch sofort versuchen, nach unten zu kommen und kriegt wahrscheinlich einen Kreislaufkollaps", erklärt Matthias Gebehenne.

Was der Appell bewirkt

"Wir wollen alle auch in ein paar Jahren noch einen gesunden Fischbestand haben. Deshalb macht es mehr Sinn, die Fische jetzt ein paar Wochen in Ruhe zu lassen", sagt Gebehenne. Mit dem Angeln auf Raubfische sollten Anglerinnen und Angler warten, bis die Temperaturen wieder sinken.

Nach Beobachtung des Vereins funktioniert der Appell bislang. "Die Leute nehmen es tatsächlich ernst", sagt Gebehenne. Die Fischereiaufsicht habe in den vergangenen Tagen niemanden angetroffen, der gezielt auf Raubfische geangelt habe. "Ich bin sehr stolz auf unsere Mitglieder."

Warum die Hitze sogar Fische stresst

WDR 31.07.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 30.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen

  • Beobachtungen des WDR-Reporters an der Ruhr
  • Pressemitteilung des Ruhrverbands
  • WDR-Gespräch mit Matthias Gebehenne

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet31.07.2026, 17.30 Uhr