Sprachassistentin verhilft Menschen mit Behinderung zu mehr Selbstständigkeit
Bildquelle: WDR/Katja BrinkhoffWDR. 02:58 Min.. Verfügbar bis 20.08.2028.
KI-Hilfe für Menschen mit Behinderung : Alexa backt in Sundern mit
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Künstliche Intelligenz schafft neue Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Bisher werden diese wenig genutzt. Das will die Sozialstiftung NRW ändern. In zehn Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen erprobt sie assistive, das heißt unterstützende Technik. Zum Beispiel Sprachassistenten.
Christian Kiko backt gerne. Weil er nicht lesen kann, sind die Rezepte sein Problem. Wenn er kochen oder backen möchte, muss er seine Betreuer im Josefsheim in Sundern um Hilfe bitten. Sie mussten ihm bisher die Rezepte vorlesen. Jetzt hat der 42-Jährige eine Alexa an seiner Seite, eine Sprachassistentin.
"Jetzt kann ich alleine backen. Das ist mir wichtig. Es ist blöd, wenn man auf andere angewiesen ist", sagt Kiko und beginnt sein Gespräch mit Alexa. Auf die Frage, wie viele Eier er für den Waffelteig braucht, antwortet Alexa prompt: "Du brauchst vier Eier insgesamt."
Alexa schaltet das Licht an
In den 24 Einzelzimmern des Josefsheims steht jeweils eine Alexa. Fünf weitere gibt es in den Gruppenräumen. "Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind jung und technikinteressiert", sagt Einrichtungseiterin Nadine Ortjohann. Deshalb macht das Heim bei der Erprobung der Sprachassistenten mit.
Simon Rose und sein Alexa-Bildschirm. Er braucht Alexa, um das Licht an- und auszuschalten.
Bildquelle: WDR/Katja Brinkhoff"Alexa, Rollade hoch. Licht Flur aus." Simon Rose sitzt im Rollstuhl. Liegt er abends in seinem Bett, sind manche Lichtschalter in seinem Zimmer für ihn unerreichbar. "Dann musste ich die Betreuer rufen, um das Licht an- oder auszuschalten." Jetzt macht das Alexa.
"Ich fühle mich jetzt erwachsener"
"Ich bin selbstständiger, fühle mich jetzt erwachsener." Simon Rose spricht das aus, was viele Bewohnerinnen und Bewohner hier mit Alexa verbinden - Selbstständigkeit. "Immer die Hilfe anderer Menschen zu brauchen, war für mich eine echte Katastrophe", sagt sein Wohngruppennachbar Tobias Sandler.
Die Bewohner des Josefsheims in Sundern freuen sich über die Alexa-Hilfe, aber Knuddeln kann die KI nicht.
Bildquelle: WDR/Katja BrinkhoffAlexa braucht kurze, präzise Anleitungen. Der Umgang mit den Sprachassistenten wird hier im Josefsheim trainiert. Nadine Ortjohann: "Uns hier geht es um Teilhabe. Es geht darum, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner so selbstständig wie möglich leben können.“
Sprachassistenz führt den Terminkalender
Nicht jeder hier mag Alexa. Sie ist eine Künstliche Intelligenz, kann Befehle ausführen, Fragen beantworten, an Termine erinnern. Dafür nutzt Susanne Kebekus ihren Sprachassistenten gerne.
"Doch für das Menschliche, für die Knuddeleinheiten und die Gespräche brauche ich die Menschen hier." Susanne Kebekus, Bewohnerin
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- SozialstiftungNRW
- Nadine Ortjohann, Josefsheim Sundern
- Christian Kiko, Josefsheim Sundern
- Simon Rose, Josefsheim Sundern
- Susanne Kebekus, Josefsheim Sundern
- Tobias Sandler, Josefsheim Sundern
Sendung: WDR.de, KI-Hilfe für Menschen mit Behinderung, 20.08.2026, 10:35 Uhr
Sendung: WDR.de, Sprachassistentin verhilft Menschen mit Behinderung zu mehr Selbstständigkeit, 20.08.2026, 17:24 Uhr
