Förster Marc Messerschmidt auf einer verbrannten Waldfläche

Noch ist nach dem Waldbrand in Sundern alles verkohlt, aber bald wird es grün werden

Bildquelle: WDR/Corina Wegler

Waldbrand in Sundern Alles schwarz, alles tot? Warum das nicht stimmt

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Schwarze Erde, verkohlte Stümpfe - und doch kein Ende: Der Wald in Sundern-Stemel erholt sich schneller als man denkt.

Die Fläche bei Sundern-Stemel sieht apokalyptisch aus: Der Boden ist schwarz, hier und da ragen einige Baumstümpfe hoch. Sie sehen aus wie Holzkohle für den Gartengrill. Es riecht nach Feuer. Vor einer Woche haben hier 80.000 Quadratmeter gebrannt. Doch: alles schwarz, alles tot - so ist das nicht.

Marc Messerschmidt lächelt in die Kamera
"Es gibt Samen im Boden und man kann davon ausgehen, dass die Fläche in kürzester Zeit wieder begrünt und bewaldet wird."  Marc Messerschmidt, Forstamt Oberes Sauerland, Wald und Holz

Im Boden in Sundern warten schon die Samen

Der Forstfachmann zerreibt ein bisschen verkokelten Waldboden zwischen den Fingern: Der sei besonders stickstoffreich, sagt er. Und Stickstoff heißt Dünger für viele Pflanzen. "Zuerst werden Kräuter und Gräser wachsen, dann Ginster, kleine Bäume und schließlich auch andere Baumarten." Ganz von allein.

Ginster und Douglasien

Nach dem Brand vor vier Jahren wachsen hier heute Ginster und Douglasien.

Bildquelle: WDR/Corina Wegler

Nur wenige hundert Meter weiter durch den Wald liegt eine zweite große Fläche: Hier hat es vor knapp vier Jahren gebrannt. Heute sieht es aus wie in einem grünen Urwald: Hier wuchern Ginster und drei Meter hohe Birken. Mitten hinein hat der Waldbesitzer sogar Douglasien gepflanzt. Sie sehen gesund aus.

Aus Asche nach Waldbrand wird Dschungel

Von Apokalypse ist hier nichts mehr zu sehen. Eher von einem Dschungel. Messerschmidt zählt zig kleine Birken und berichtet von Bäumen, für die Feuer sogar überlebenswichtig ist. Mammutbäume in Nordamerika entlassen nur durch die Hitze von Waldbränden ihre Samen aus den Zapfen. Und die können dann keimen.

Marc Messerschmidt schaut sich die Waldflächen genauer an

Birken kommen auf den Waldflächen von ganz allein hoch.

Bildquelle: WDR/Corina Wegler

Das klingt, als könnten Mammutbäume eine Zukunftsbaumart auch für NRW sein. Der Förster nickt: Sie werden versuchsweise schon gepflanzt, aber niemals als Monokultur. "Wir brauchen einen Mischwald mit Laub- und nicht mit Nadelbäumen. Die brennen sehr viel schneller ab und entwickeln schneller Flächenfeuer."

Stürme, Trockenheit und jetzt auch noch die Waldbrände - der Waldbau muss sich anpassen, um zu überleben.

Wie schnell erholt sich der Wald?

WDR 20.08.2026 00:47 Min. Verfügbar bis 20.08.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Marc Messerschmidt, Forstamt Oberes Sauerland, Wald und Holz
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Wie schnell erholt sich der Wald?, 20.08.2026, 5:01 Uhr

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