Junge Ärztin tauscht Dresden gegen Meschede.

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WDR 3 Min. 10 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028

Gegen den Ärztemangel Landarztstarterin tauscht Dresden gegen Meschede

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Junge Landärzte fehlen im Sauerland an allen Ecken und Enden. Ein Förderprogramm will das ändern. Bei Doris Tenberge hat der Plan geklappt.

Von Katja Brinkhoff

Die Anzeige war Doris Tenberge im Ärzteblatt aufgefallen. Da warb der Hochsauerlandkreis für sein Förderprogramm "Land in Sicht". Schon länger spielte die 35-jährige Ärztin mit dem Gedanken, aus Dresden zurück in den Kreis Soest zu gehen. Da ist sie aufgewachsen. "Da ist Familie", sagt sie.

Es ist nicht der Kreis Soest geworden, sondern der Hochsauerlandkreis. Zum 1. Januar wird die Internistin das Team einer Mescheder Hausarztpraxis verstärken - für neun Monate. Zuerst geht es aber zurück ins Elternhaus an den Möhnesee: "Meine neue Wohnung suche ich mir ganz in Ruhe."

Fünf Nachwuchsmediziner schnuppern schon Landluft in Meschede

Seit einem Jahr gibt es das Förderprogramm "Land in Sicht". Elf Plätze in Haus- und Kinderarztpraxen im Sauerland stellen der Hochsauerlandkreis und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe zur Verfügung. Doris Tenberge ist Landarztstarterin Nummer fünf.

Menschen stehen neben einem Plakat und machen ein gemeinsames Foto

Doris Tenberge ist Landarztstarterin Nr. 5 im Hochsauerland.

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Der Hochsauerlandkreis zieht bisher eine positive Bilanz. Es laufen Gespräche für weitere Landarztstarterinnen und - starter. Dr. Karsten Liese vom Gesundheitsamt des Kreises hat Verständnis dafür, "dass der Schritt von einer Großstadt in eine Landarztpraxis zu gehen, ein großer Schritt ist".

Doris Tenberge sucht Nähe im Sauerland zu den Patienten

Doris Tenberge ist Internistin, also Fachärztin für Innere Medizin. Die Arbeit in einer Hausarztpraxis ist Neuland für sie. "Mit meiner Arbeit dort verbinde ich Nähe zu meinen Patientinnen und Patienten", beschreibt sie die Erwartungen an die neue Arbeit. "Ich möchte sie begleiten, sie wirklich kennen lernen."

Praxis statt Krankenhaus: Dieser Gedanke hatte sich bei Doris Tenberge schon länger festgesetzt:

"Die Arbeit im Krankenhaus macht Spaß. Doch sehe ich meine Patienten einmal und dann nie wieder." Doris Tenberge, angehende Landärztin

Sich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen, war ihr ein zu großes wirtschaftliches Risiko.

Neun Monate Probearbeit in der Landarztpraxis

Vier Personen unterhalten sich in einer Arztpraxis

Vorfreude auf die neue Aufgabe im Ärzteteam

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Jetzt hilft ihr das Förderprogramm dabei, einen neuen Weg einzuschlagen. Die Kassenärztliche Vereinigung brachte Doris Tenberge und die Mescheder Hausarztpraxis zusammen. Es passte. Neun Monate wird die Internistin ab Januar dort Erfahrungen als Hausärztin sammeln. Und dann entscheiden, ob sie bleibt.

Dahin zurückzugehen, wo die Familie lebt, ist Doris Tenberge leicht gefallen. Die Arbeitskollegen in Dresden wird sie vermissen. Doch die Menschen, die ihr wichtig sind, leben da, wo sie aufgewachsen ist: "Da kann ich sagen, ich komme mal eben auf einen Kaffee vorbei." Das hat ihr in Dresden gefehlt.

Unsere Quellen:

  • Doris Tenberge, Internistin
  • Dr. Karsten Liese, Gesundheitsamt
  • Hochsauerlandkreis
  • Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 23.09.2026, 19:30 Uhr

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