Praxisbörsentag in Meschede : Date mit Nachwuchsärzten
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Kreativität ist gefragt, wenn es darum geht, Ärzte aufs Land zu holen. Es gibt Förderprogramme, die Mediziner ins Sauerland holen oder die Medizinstudenten einen Studienplatz beschaffen, wenn sie später auf dem Land arbeiten. Und es gibt Praxisbörsen, wo Landärzte und Nachwuchsmediziner zusammenkommen.
In der Mescheder Stadthalle soll es passieren: Ärzte, die bald in Rente gehen, und Nachwuchsmediziner, die eine Praxis suchen, sollen sich hier finden. Den Praxisbörsentag haben die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und der Hochsauerlandkreis organisiert. Über 60 Ärzte sind gekommen.
Jochen Reiffert ist Hausarzt in Kierspe im Märkischen Kreis. Von den vier Hausärzten dort ist er der Älteste. In ein bis zwei Jahren will er aufhören: "Mit 67 kann ich mir das dann vorstellen. Ich bin optimistisch, dass ich einen Nachfolger finde. Ich fange gerade erst an zu suchen."
Praxisbörsentage bringen Menschen zusammen
Vertreterinnen der kassenärztlichen Vereinigung des HSK und Westfalen-Lippe an ihrem Infostand
Bildquelle: WDR/Katja BrinkhoffHinten in der Mescheder Stadthalle haben die Ärzte, die ihre Praxis aus Altersgründen abgeben möchten, ihre Anzeigen auf Stellwände gepinnt. Viele Inserate. Gegenüber die Wand mit den Inseraten der Nachwuchsmediziner, die eine Praxis übernehmen würden. Wenige Inserate.
Michael Achenbach ist Bezirksleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für den Märkischen Kreis. Er ist vom Sinn der Praxisbörsentage überzeugt: "Wir bekommen natürlich nicht jeden Kontakt mit. Aber ich habe das Gefühl, dass sich Dinge hier anbahnen und wir Menschen zusammenbringen."
Das Leben auf dem Land hat Lebensqualität
Darauf hofft Olga Müller. Die 37jährige ist Kardiologin, arbeitet im Krankenhaus und liebäugelt mit einer eigenen Praxis auf dem Land. Sie könnte sich eine Gemeinschaftspraxis mit Ärzten anderer Fachrichtungen vorstellen.
"Ich mag das Ländliche und schätze die Lebensqualität für meine Kinder." Olga Müller, Kardiologin
Jochen Reiffert, Hausarzt aus Kierspe, hat inzwischen einige Gespräche mit jungen Medizinern geführt, die sich verändern möchten: "Sie finden die Arbeit als Hausarzt toll. Doch sie möchten am Ende das finanzielle Risiko einer eigenen Praxis nicht tragen, denken an ein Angestelltenverhältnis." Jochen Reiffert muss weiter suchen.
Unsere Quellen:
- Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
- Michael Achenbach, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
- Olga Müller, Kardiologin
- Jochen Reiffert, Hausarzt
- WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 10.09.2026, 06.30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit SWF, 10.09.2026, 19:30 Uhr