Legionnaires disease bacteria

13 Jahre nach Ausbruch Legionellen-Klage gegen Warsteiner Brauerei

Stand:

Der tödliche Legionellen-Ausbruch in Warstein vor 13 Jahren kocht jetzt noch mal hoch. Vor Gericht wird es bald um eine Million Euro Schadensersatz gehen. Am 3. Februar 2027 soll sich das Landgericht Arnsberg damit befassen.

Bei der Verhandlung wird ein Sachverständiger ein mit Spannung erwartetes Gutachten vorstellen - zur Frage, ob die Warsteiner Brauerei für Schäden eines Schmiedeunternehmens im Zuge des Legionellen-Ausbruchs haftbar gemacht werden kann.

Auf das Gutachten warten die Beteiligten schon sechs Jahre. Zuletzt hatte das Landgericht dem Gutachter ein Ordnungsgeld angedroht, wenn er nicht endlich seine Arbeit fertig stelle.

Fragen soll öffentliche Gerichtsverhandlung klären

Landgericht Arnsberg im Sommer

Der Legionellen-Ausbruch von 2013 wird bald ein Fall fürs Landgericht Arnsberg.

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Das ist jetzt passiert - doch Fragen, die bei den Beteiligten noch offen sind, sollen nicht in einem weiteren Gutachten geklärt werden, sondern bei der mündlichen, öffentlichen Verhandlung vor Gericht, sagte eine Sprecherin des Landgerichts dem WDR.

Die Schadensersatzklage haben die Warsteiner Siepmann-Werke eingereicht. Das Schmiedeunternehmen hatte 2013 eine neue Wasserleitung bauen müssen, weil es nicht das mit Legionellen belastete Wasser aus dem Wester-Bach nutzen durfte.

Zwei Tote, 159 schwer Erkrankte

Die Kläranlage Warstein

Auch die Kläranlage in Warstein geriet 2013 in den Fokus.

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Erhebliche Kosten, die dadurch entstanden, will Siepmann der Warsteiner Brauerei in Rechnung stellen. Denn die ist offenbar aus Sicht des Unternehmens verantwortlich für den Legionellen-Ausbruch und Kosten, die dem Unternehmen entstanden sind.

Im August 2013 waren 159 Menschen an einer schwer verlaufenden Legionellose erkrankt. Zwei Menschen starben. Es war der bis dahin größte Legionellose-Ausbruch in Deutschland.

Ursache ließ sich nicht eindeutig klären

Laut NRW-Umweltministerium konnte die Ursache für die Erkrankungen nicht eindeutig identifiziert werden. In Vorreinigungsbecken einer Brauerei fanden Experten des Landes Legionellen in hohen Konzentrationen.

Zeitweise galt Reisewarnung für Warstein

Für die Stadt Warstein war der Legionellen-Ausbruch ein heftiges Ereignis - wegen der Toten und vielen Erkrankten. Denn zeitweise war für Warstein sogar eine Reisewarnung ausgesprochen worden.

Warsteins Bürgermeister Manfred Gödde
"Es war so, als hätten wir eine Seuche oder die Pest." Der damalige Warsteiner Bürgermeister Manfred Gödde ein Jahr nach dem Legionellen-Ausbruch

Land und Bund haben Konsequenzen gezogen

Das Land Nordrhein-Westfalen habe Konsequenzen aus dem Fall Warstein gezogen, berichtet das Umweltministerium. So seien viele Maßnahmen umgesetzt worden, um die Gefahr durch Legionellen so weit wie möglich zu verringern.

Bundesweit wurde mit der Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider inzwischen eine gesetzliche Regelung zum hygienegerechten Betrieb entsprechender Anlagen getroffen.

Legionellen-Klage gegen Warsteiner Brauerei

WDR 23.09.2026 1 Min. 17 Sek. Verfügbar bis 22.09.2028

Unsere Quellen

  • Landgericht Arnsberg
  • NRW-Umweltministerium
  • frühere Berichterstattung des WDR

Sendung: WDR.de, Legionellen-Ausbruch von Warstein kocht noch mal hoch, 23.09.2026, 12:41 Uhr

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