Auch in Zukunft werden diese Züge nicht nach Sundern fahren.
Seit Jahren wird darüber diskutiert, die Röhrtalbahn zwischen den Bahnhöfen Arnsberg-Neheim-Hüsten und Sundern zu reaktivieren. Jetzt sind die Pläne wohl gescheitert. Ein neues Gutachten hat ergeben: Die Kosten würden den Nutzen bei Weitem übersteigen.
1977 ist zum letzten Mal ein regulärer Personenzug über die Strecke im Sauerland gefahren. Seitdem wird sie noch von einzelnen Güterzügen genutzt.
Züge auf Röhrtalbahn? Zu teuer!
Für die geplante Regionalbahnlinie müsste die Strecke teilweise umgebaut werden. Zum Beispiel müssten Bahnhöfe wieder aufgebaut werden. Auch der Betrieb der neuen Linie würde jährlich Geld kosten. Dagegen steht der volkswirtschaftliche Nutzen.
Auch der Sorpesee sollte von der geplanten Bahnverbindung profitieren. Vom Haltepunkt Sundern-Stemel wäre er gut erreichbar gewesen.
Grob gesagt ist das ein Geldwert, den eine Gesellschaft und eine Wirtschaft verdient oder spart, weil der Staat etwas baut. Zum Beispiel, indem zusätzliche Touristen in die Region kommen. Auch Pendler, die die Umwelt schonen, weil sie das Auto stehen lassen, zählen dazu.
Reaktivierung gestoppt
Unterm Strich übersteigen die Kosten allerdings laut Gutachten den Nutzen bei weitem. Der sogenannte Kosten-Nutzen-Indikator liegt bei 0,37. Heißt: Für einen investierten Euro würde die Volkswirtschaft nur einen Nutzen im Wert von 37 Cent erhalten.
Auch weiterhin wird Sundern nur durch zwei Buslinien mit dem Bahnhof Neheim-Hüsten in Arnsberg verbunden sein.
Für den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ist die Reaktivierung der Strecke mit dem neuen Gutachten erstmal vom Tisch. Der NWL ist ein Zusammenschluss der Städte und Gemeinden in der Region. In ihrem Auftrag bestellt er die Fahrten der Regionalzüge und bezahlt auch teilweise den Ausbau der Bahnstrecken.
Für die Reaktivierung der Röhrtalbahn hätte der NWL aber zusätzliche Fördergelder von Land und Bund gebraucht. Die gibt es aber nur für Projekte, die sich volkswirtschaftlich lohnen. Da das bei der Röhrtalbahn laut Gutachten nicht der Fall ist, könne man die Strecke nicht reaktivieren.
Sparversuch gescheitert
Schon ein anderes Gutachten hatte angedeutet, dass sich die Reaktivierung der Röhrtalbahn nicht lohnt. Seitdem haben die Planer versucht, Kosten zu senken. Allerdings hat auch dieses Sparprogramm nicht gereicht.
Aber: Selbst wenn die Strecke irgendwann abgerissen werden sollte, bleibt das Gelände planungsrechtlich für eine Bahnstrecke reserviert. Man könnte sie also jederzeit wieder reaktivieren.
Busse statt Bahnen
Erstmal ist Sundern weiter durch zwei Buslinien mit dem Bahnhof Neheim-Hüsten in Arnsberg verbunden. Dort ist dann ein Umstieg in die Züge Richtung Ruhrgebiet und Hochsauerland möglich. Eine Buslinie braucht 29, die andere 37 Minuten für die 14 Kilometer lange Strecke.
Mit dem Zug sollte die Verbindung schneller und komfortabler werden - und damit attraktiver für Pendler und Touristen. Bei den Planungen wurde sogar über Direktzüge ohne Umsteigen von Sundern nach Dortmund nachgedacht. Diese Pläne landen jetzt wohl erstmal in der Schublade.
Sundern plant ohne Bahn weiter
Die Stadt Sundern sieht die Entscheidung trotzdem positiv. Nach jahrelanger Diskussion gebe es jetzt endlich Klarheit. Die Stadt will ihre Mobilitätsstrategie weiterentwickeln und den Bahnhof Sundern auch ohne Regionalbahn weiter ausbauen.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Nahverkehr Westfalen-Lippe
- Recherche in Mitteilungsvorlagen an die Kommunalpolitik
- VCD Hochsauerland
- Stadt Sundern
- Fahrplanauskunft RLG
Sendung: WDR.de, Aus für Reaktivierung der Röhrtalbahn, 16.07.2026, 19:00 Uhr
