Stammzellenspende rettet Familienvater aus Wilnsdorf
Bildquelle: PrivatWDR. 4 Min. 36 Sek.. Verfügbar bis 20.07.2028.
"Mir geht's mittlerweile wieder richtig gut. Dass ich wieder spazieren kann, hätte ich vor einem Jahr nicht gedacht. Da war selbst der Weg vom Krankenhausbett ein persönlicher Mammut-Marsch", erzählt Markus Möller. Als die Klinik-Ärzte im April 2025 Blutkrebs feststellen, behalten sie ihn sofort da.
Es folgen Chemotherapien und wochenlange Krankenhausaufenthalte im Isolationszimmer. Dazu die Ansage, dass er - um zu überleben - dringend einen passenden Stammzellenspender braucht. Daraufhin organisiert sein Heimatort Rudersdorf mit der DKMS (Deutsche Knochenmarksspenderdatei) eine große Typisierungsaktion.
Auch in Wilnsdorf werden neue Stammzellenspender gesucht.
Bildquelle: PrivatStammzellenspende an der Uniklinik Marburg
Über 300 neue Spender lassen sich bei der Aktion registrieren. Zwar ist kein passender für ihn dabei. Aber wenige Wochen später wird über die DKMS ein anderer gefunden, sodass er im Juli in der Uniklinik Marburg seine Stammzellenspende bekommt. Seitdem geht es konstant bergauf.
Zwar kann er noch nicht wieder arbeiten, aber mit seiner Frau und seinen drei Kindern nimmt Markus Möller wieder am normalen Familienleben teil. Und er kann endlich wieder raus in die Natur.
"Diese Freiheit wieder gewonnen zu haben ist ein unbeschreibliches Gefühl." Markus Möller
Bürgermeister spendet trotz Spritzenphobie
Und dann passiert etwas Kurioses: Sein Freund und Wilnsdorfer Bürgermeister Hannes Gieseler erhält die Nachricht, dass er als Spender für einen anderen Leukämiekranken gebraucht wird. Kurios, weil der sich bei der voran gegangenen Typisierungsaktion registrieren ließ, obwohl er ein Riesenproblem mit Nadeln und Spritzen hat.
Bei der großen Typisierungsaktion ließen sich mehr als 300 neue Spender registrieren.
Bildquelle: PrivatSobald Ärzte mit Spritzen auf ihn zukommen, fällt Hannes Gieseler regelmäßig in Ohnmacht. Aber er hat seinem Freund Markus Möller versprochen, im Ernstfall über seinen Schatten zu springen und die Strapazen auf sich zunehmen. Und das tut er dann auch für den Empfänger, den er gar nicht kennt - trotz Spritzenphobie.
Bürgermeister hofft auf viele Nachahmer
"Das ist zwar unangenehm für mich, aber auf der anderen Seite steht ein Menschenleben dagegen. Und deswegen muss ich klar sagen: Dann muss ich halt meine eigenen Befindlichkeiten etwas zurückstellen." Das findet Markus Möller so großartig, dass er ihn persönlich zu Knochenmarksspende nach Köln fährt.
Für Markus Möller eine emotionale Fahrt. Denn vor einem Jahr hat an gleicher Stelle ein anonymer Spender für ihn gespendet und ihm damit das Leben gerettet. "Es ist nicht nur, dass mein Leben gerettet wurde, sondern auch die Lebensqualität ist wieder zurück."
Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland sind 10.553.069 Personen als potenzielle Stammzell- und Knochenmarkspender erfasst (Stand: 31. Dezember 2025).
- Es werden ständig neue potentielle Spender gebraucht.
- Registrieren lassen kann man sich inzwischen online auf der Seite der DKMS, woraufhin ein Set für einen Wangenabstrich per Post zugeschickt wird.
- Nur noch in Ausnahmefällen wird mittels einer OP Knochenmark entnommen. Meistens werden die Stammzellen per Blutwäsche gewonnen.
Unsere Quellen:
- Markus Möller, Stammzellenspendenempfänger
- Hannes Gieseler, Bürgermeister Wilnsdorf
- DKMS NRW
- Zentrales Knochemarkspender-Register Deutschland (ZKRD)
- Beobachtungen des WDR Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Stammzellenspende rettet Familienvater aus Wilnsdorf, 20.07.2026, 11:45 Uhr
