Frontansicht der DRK-Kinderklinik in Siegen

Neues Perinatalzentrum in Siegen vor dem Aus?

Bildquelle: picture alliance/dpa/Marius Becker

Frühchen-Zentrum in Siegen Krankenhausplanungen vor dem Aus?

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Um das geplante Frühchen-Zentrum in Siegen gibt es offenbar Streit zwischen den beteiligten Akteuren, dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling und der DRK-Kinderklinik. Dabei standen schon 85 Millionen Euro Fördermittel in Aussicht. Scheitert das Projekt?

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Lukas Grünig

Steht das geplante Perinatalzentrum in Siegen auf der Kippe? Die Gespräche zwischen Kinderklinik und Jung-Stilling-Klinikum zumindest sind vorerst gestoppt. Als Grund gibt die Kinderklinik in einer Pressemitteilung "weiter große Unterschiede in den Interessenslagen" an.

Landrat Müller bietet sich weiterhin als Vermittler an

Laut Kinderklinik bleibe die Idee eines modernen neuen Perinatalzentrums "medizinisch und strategisch sinnvoll." Oberstes Ziel sei eine gute medizinische Versorgung in der Region. In einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe können unter anderem frühgeborene Kinder ab der 23. Schwangerschaftswoche versorgt werden.

Andreas Müller, Landrat Kreis Siegen-Wittgenstein

Andreas Müller, Landrat Kreis Siegen-Wittgenstein

Bildquelle: WDR

Das sieht auch die Kreisverwaltung in Siegen so. Landrat Andreas Müller (SPD) hatte in dem "festgefahrenen Prozess" zunächst moderiert. Auch zukünftig bietet er sich an, um bei einer Lösungsfindung zu helfen. Dass die Planungen jetzt auf Eis liegen, bedauert er, aber:

"Entscheidend ist jetzt, nach vorne zu schauen und eine tragfähige Lösung zu finden. Es muss unser gemeinsames Ziel bleiben, die in Aussicht gestellten Fördermittel des Landes zu sichern und damit eine leistungsfähige kindermedizinische Versorgung in unserer Region zu gewährleisten." Andreas Müller (SPD), Landrat Kreis Siegen-Wittgenstein

Im Zusammenhang mit der Krankenhausplanung in NRW hatten die beiden Häuser einen Antrag für die Verlagerung und den Neubau der Kinderklinik in direkter Nähe zum Jung-Stilling-Klinikum gestellt. Ziel sei es gewesen, Frühgeborenen-Intensivstation und Kreißsaal unter einem Dach zu vereinen.

Dieser Schritt mache laut Diakonie "weiterhin Sinn und wäre ein wichtiger Schritt zu einer optimalen Versorgung." Das NRW-Gesundheitsministerium hatte dafür bereits Fördermittel in Höhe von rund 85 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Gründe bleiben unklar

Offen bleibt aber, warum die Gespräche trotzdem geplatzt sind. Formulierungen in der Pressemitteilung der Kinderklinik lassen aufhorchen. So sei trotz eines eigenen Entgegenkommens keine vertragliche Grundlage mit dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling gefunden worden.

Auf eine entsprechende Anfrage des WDR antwortet die Diakonie, kooperativ gewesen zu sein. Sie bedauert, dass die Gespräche ruhen und verweist darauf, dass die Kinderklinik entschieden habe, die Gespräche ruhen zu lassen.

"Die Diakonie hat in den vergangenen anderthalb Jahren viele Vorschläge zu Vertrag und Bauplanung unter Berücksichtigung der Wünsche der DRK-Kinderklinik eingebracht." Statement der Diakonie Südwestfalen gGmbH

So habe das Jung-Stilling-Krankenhaus bereits freiwillig auf sein eigenes Perinatalzentrum verzichtet - zugunsten der Kinderklinik.

In den nächsten Wochen muss sich zeigen, ob die beiden Kliniken auf das Vermittlungsangebot des Landrats eingehen und an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Neues Perinatalzentrum in Siegen vor dem Aus?

WDR 24.09.2026 23 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der DRK-Kinderklinik
  • Stellungnahme des Diakonie Klinikums Jung-Stilling
  • Statement der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein

Sendung: WDR2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 24.09.2026, 12:30 Uhr

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