Die Stadt Siegen, unter anderem mit Blick auf die Martini Kirche
EVAU vor dem Aus? : Kirchenkreis gibt Ev. Gymnasium in Siegen ab
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Am Samstag tagte die Synode des evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein in öffentlicher, digitaler Sitzung und setzte drastisch den Rotstift an. Vieles steht jetzt auf dem Prüfstand oder vor dem Aus. Es geht um Gebäude, Einrichtungen und Pfarrstellen sowie um Kürzungen in der Verwaltung.
Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein hat in Sitzung am Samstag tiefgreifende Sparmaßnahmen beschlossen. Der Kirchenkreis muss in den kommenden drei Jahren Millionen einsparen, um personelle und finanzielle Engpässe auszugleichen. Betroffen von den Sparplänen sind unter anderem Kindertagesstätten, das Evangelische Gymnasium (EVAU) sowie Gebäude, Pfarrstellen und Bereiche der Verwaltung.
Steht das EVAU vor dem Aus?
Am härtesten betroffen von den Sparmaßnahmen ist das Evangelische Gymnasium in Siegen-Weidenau. Die Synode hat beschlossen die Trägerschaft für das Gymnasium abzugeben. Der Trägeranteil von jährlich exakt 253.539 Euro sei nicht mehr zu stemmen. Diese tiefgreifende Entscheidung war nicht einstimmig. Es ist beschlossene Sache: ab 2029 muss sich das EVAU selbst finanzieren.
Eltern und Lehrkräfte sollen Aquise betreiben
Superintendentin Kerstin Grünert wendet sich digital an die Teilnehmenden der Zoom-Synode.Foto: Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Bis zur Sitzung der Synode im Dezember soll das Gymnasium ein Konzept zu seiner weiteren Finanzierung vorlegen. Die Synode gab am Samstag mit auf den Weg, dass zum Beispiel ein Förderverein bei der Finanzierung helfen könnte oder, dass das EVAU die Eltern um finanzielle Hilfe bittet. In jedem Fall müsse eine Ersatzfinanzierung her, der Kirchenkreis könne seinen bisherigen Trägeranteil nicht mehr bezahlen.
"Wir müssen in eine Ersatzfinanzierung rein. Ganz wichtig ist uns aber, das evangelische Profil zu erhalten." Superintendentin des Kreises Siegen-Wittgenstein Kerstin Grünert
Kirchenkreis trennt sich von neun Kitas
Auch Kindertageseinrichtungen gibt der evangelische Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein ab. Nach aktuellem Stand sind es insgesamt neun von derzeit 52 Einrichtungen, für die der Kirchenkreis ab August 2026 nicht mehr Träger ist. Dazu geführt hätten der Fachkräftemangel und das fehlende Geld. Rund 2 Millionen Euro muss er jährlich allein für die Kita-Arbeit aufbringen. Es ist das erste mal, dass die Kirche ihr Betreuungsangebot zurückfahren muss.
Kirchengebäude werden verkauft oder vermietet
Im "Ausverkauf" des Kirchenkreises sind auch Kirchengebäude. So sollen unter anderem die Verwaltungsgebäude in Siegen und Bad Berleburg zu Geld gemacht werden, ebenso das Pfarrhaus der Superintendentin. Die Synode will, dass die Gebäude schnellstmöglich vermarktet werden.
Milan Pesl und Montage im Hintergrund
Rund 70.000 Euro an Unterhaltungskosten pro Jahr seien nicht mehr drin.
Im Gegensatz dazu findet das Gemeindehaus der evangelischen Martini-Kirchengemeinde schon bald eine neue Verwendung. Die Kirche vermietet es an das Bruchwerktheater.
Unsere Quellen:
- Kreissynode des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein
- Superintendentin des Kreises Siegen-Wittgenstein Kerstin Grünert
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Kirchenkreis gibt Gymnasium in Siegen ab, 11.07.2026, 16:45 Uhr
