Tipps aus Burbach für sichere Pilzernte

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WDR 4 Min. Verfügbar bis 22.09.2028

Pilze sammeln im Siegerland Tipps für eine sichere Pilzernte

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Wenn im Siegerland der Herbstwind durch die Baumkronen weht, schlägt die Stunde der Pilzsammler. Doch wer mit Korb und Messer loszieht, merkt schnell: Zwischen duftendem Moos und vermeintlichen Leckerbissen lauern manche Gefahren. Wo die besten Fundorte liegen, welche Regeln im Wald gelten und wie man sich vor giftigen Doppelgängern schützt, erklärt Pilzexpertin Christine Speck.

Es riecht nach feuchtem Laub, nach Erde und nach Spätherbst, als Christine Speck kurz vor dem Waldrand in Burbach stehen bleibt. Ihr Blick ist immer auf den Boden gerichtet, wenn sie mit Korb und Messer loszieht. Als ausgebildeter Pilz-Coach weiß sie genau, worauf man beim Sammeln achten muss.

"Viele sehen nur den reinen Fruchtkörper", sagt die Expertin von der Pilzfarm Burbach. "Aber das ist in Wahrheit nur die Spitze des Eisbergs." Wenn im Spätsommer und Herbst die Körbe hervorgeholt werden, beginnt für sie die intensivste Zeit des Jahres.

Der Startschuss für die Pilzsaison fällt meist im Spätsommer, wenn nach warmen Sommertagen ergiebige Regenfälle einsetzen. Das Wetter ist entscheidend für das Pilzwachstum: "Bei Trockenheit und Hitze stagniert das Myzel im Boden, es wächst kaum etwas, wenn der Boden ausgetrocknet ist", erklärt Speck.

Erst nach mehreren Tagen mit viel Regen schießt der Pilz in die Höhe. Wer im Siegerland Pilze sammeln geht, findet je nach Witterung und Standort unter anderem Steinpilze, Maronen-Röhrlinge und Pfifferlinge. Sie profitieren von feuchten und gemäßigten Bedingungen.

Die Welt der Pilze unter unseren Füßen

Eine Marone am Wegesrand

Beim Pilzesammeln entdeckt: eine Marone am Wegesrand

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Was wir beim Spaziergang als Pilz mit Hut und Stiel entdecken, ist streng genommen nur die Spitze des Eisbergs. Oder besser gesagt: der Fruchtkörper. Das eigentliche Leben des Pilzes findet größtenteils unter der Erde oder im Holz statt. Ein riesiges, unsichtbares Myzel-Netzwerk durchzieht den Waldboden.

Dieses sogenannte "Wood Wide Web" verbindet Bäume und Pflanzen untereinander, tauscht Nährstoffe und Informationen aus und hält das gesamte Ökosystem Wald am Leben. Wer Pilze sammelt, erntet also lediglich die "Früchte" dieses unterirdischen Organismus.

Wie erkenne ich, ob der Pilz essbar ist?

Die Freude über den Fund kann schnell zur Falle werden, wenn der falsche Pilz im Korb landet. Der Pfifferling wird beispielsweise immer wieder mit dem Falschen Pfifferling verwechselt. Auch junge Steinpilze können unerfahrene Sammler vor eine Herausforderung stellen und beispielsweise mit dem Gallenröhrling verwechselt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wichtige Grundregeln für Anfänger: Nur Pilze sammeln, die man hundertprozentig sicher bestimmen kann. Im Zweifel Bestimmungsbücher oder professionelle Pilzberatungsstellen nutzen.
  • Faustregel für Einsteiger: Konzentration auf Röhrenpilze, da es hier in der Region kaum tödlich giftige Arten gibt. Merkmal: Schwämme auf der Unterseite statt Lamellen.
  • Im Notfall: Sollten nach dem Verzehr von selbst gesammelten Pilzen Übelkeit, Schwindel, oder Erbrechen auftreten, sofort den Notruf oder Giftnotruf kontaktieren.
  • Wo das Sammeln erlaubt ist und welche Regeln gelten: Wegen der Afrikanischen Schweinepest und zum Schutz des empfindlichen Waldbodens gilt: Streng auf den Wegen bleiben. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln tabu.
  • Mengenbegrenzungen: Pilze dürfen nur für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Als Richtwert gilt die "Handstraußregel". Ein bis zwei Kilo pro Person und Tag.

Wer als Einsteiger in den Wald geht, sollte eine Grundregel kennen: Niemals einen Pilz essen, den man nicht zu einhundert Prozent sicher bestimmen kann. Wer mit seinem Korb aus dem Wald kommt und bei dem ein oder anderen Fund unsicher ist, sollte das Risiko keinesfalls eingehen.

Offizielle Pilzberatungen und Experten bieten hier verlässliche Hilfe. Anlaufstellen in NRW sind beispielsweise die ehrenamtlichen Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) oder regionale Pilzberatungsstellen.

Regeln zum Schutz von Natur und Gesundheit beim Pilzesammeln

Christine Speck, Pilz-Coach

Pilz-Expertin Christine Speck gibt Tipps zum Pilzesammeln im Siegerland

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Neben dem Artenschutz spielen auch aktuelle Seuchenlagen eine Rolle. Wegen des Risikos der Afrikanischen Schweinepest gilt im Kreis Siegen-Wittgenstein ein Wegegebot. Wer in Burbach Pilze sammeln möchte, muss deshalb die aktuellen Vorgaben zum Betreten des Waldes beachten. Querfeldein durch den Wald zu laufen, ist in den betroffenen Bereichen tabu.

"Auch am Wegesrand hat man gute Chancen aktuell essbare Pilze zu finden", so Speck, da sich dort die Feuchtigkeit sammeln konnte. "Pilze findet man eher dort, wo es feucht ist, als wenn man durch den trockenen Wald rennt."

Grundsätzlich ist das Sammeln von Pilzen in NRW für den eigenen Bedarf erlaubt, allerdings gelten Einschränkungen. Besonders geschützte Pilzarten dürfen grundsätzlich nicht gesammelt werden. Für einige Arten wie Steinpilze, Pfifferlinge, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln gelten Ausnahmen für geringe Mengen zum eigenen Bedarf. In Schutzgebieten können zusätzlich strengere Regeln gelten.

Wie lange läuft die Pilzsaison im Siergerland noch?

Wie lange die Funde im Wald noch sprudeln, hängt vor allem vom Wetter ab: Solange der Frost ausbleibt und der Boden feucht ist, läuft die Saison oft noch bis in den November.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Tipps von der Expertin, 23.09.2026, 05:06 Uhr

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