Dreimeister ist insolvent : Pralinenhersteller aus Werl kann nicht weitermachen
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Der Werler Pralinenhersteller Dreimeister ist insolvent. 101 Mitarbeitenden wurde jetzt gekündigt. Zwar hatte der Insolvenzverwalter potenzielle Investoren gefunden. Doch die sprangen ab. Ein Grund ist, dass Banken kein Geld gaben.
Nach 53 Jahren ist Schluss: Der renommierte Pralinenhersteller Dreimeister in Werl-Westönnen muss schließen. Die zuletzt noch beschäftigten Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Ein Grund für das Ende ist nach Einschätzung des Insolvenzverwalters Michael Schütte vor zwei Jahren passiert. 2024 hatte das Unternehmen aus dem Kreis Soest seine Kapazitäten erweitert, neue Maschinen gekauft.
"Das war ein Zeitpunkt, wo die Umsätze erweitert werden sollten - aber eben auch der Punkt, an dem die Rohstoffpreise für Kakao explodierten", sagt Schütte.
"Einen ungünstigeren Zeitpunkt hätte es nicht geben können." Michael Schütte, Insolvenzverwalter
Letztlich habe das mit zu der Zahlungsunfähigkeit geführt. Bei der Suche nach Investoren, die den Betrieb übernehmen, hatte Insolvenzverwalter Schütte einige ernsthafte Interessenten gefunden. Doch zu einer Übernahme kam es letztlich nicht.
Denn seit dem Insolventantrag stehen die Maschinen still. Die Produktion für das Weihnachtsgeschäft hätte aber längst anlaufen müssen. Somit fehlte den Interessenten genügend Umsatz.
Dreimeister benötigte frisches Geld - das gab es aber nicht
Ein Grund für den Stillstand: Dreimeister benötigte Zwischenkredite, frisches Geld, um Rohstoffe zu kaufen. Doch das verweigerten die Sicherungsgläubiger, also vornehmlich Banken, dem Unternehmen.
"Wir mussten leider Gottes sämtliche Arbeitsverhältnisse beenden zum 1. Juli, weil wir eben keine Fortführungsprognose hatten und uns kein umsetzbares Angebot vorlag." Michael Schütte, Insolvenzverwalter
Über die Situation waren die Mitarbeitenden am Mittwoch informiert worden. Sie müssen jetzt Arbeitslosengeld beantragen. In den nächsten Wochen sollen die Lagerbestände verschickt werden, die Maschinen werden verkauft.
So solle das vorhandene Vermögen noch sinnvoll verwertet werden, um für die Gläubiger eine bestmögliche Quote rauszubekommen, sagt Insolvenzverwalter Schütte. Das ist dann das Ende eines Traditionsunternehmens.
Gibt es vielleicht doch noch Hoffnung für Dreimeister?
"Ich setze auf das Wunder von Werl und, wenn man überlegt, was in der Vergangenheit hier schon passiert ist, dann glaube ich, dass es eine Chance gibt." Geschäftsführer Markus Luckey
Für den Geschäftsführer Markus Luckey ist das Ende des Unternehmens besonders tragisch. Denn er fand noch einen Investor, der ca. 60 Mitarbeiter übernehmen würde. Allerdings steht das Insolvenzrecht aktuell gegen diese Pläne.
Unsere Quellen:
- Insolvenzverwalter Michael Schütte
- Geschäftsführer Markus Luckey
- Webseite Dreimeister
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Südwestfalen, 3.7.2026, 11:31 Uhr
