Auto mit einer Folierung zum Thema Pflegedienste

Mit lautem Gehupe rollten mehr als 70 Autos durch Soest.

Bildquelle: WDR / Johanna Marmulla

Autokorso durch Soest Pflegedienste schlagen Alarm

Stand:

Über 70 Fahrzeuge sind durch die Straßen von Soest gefahren. Mit dem Autokorso wollten ambulante Pflege- und Betreuungsdienste auf die Folgen des Pflege-und Neuordnungsgesetzes aufmerksam machen.

Von Johanna Marmulla

"Pflege braucht Sicherheit, keine Kürzungen" - so stand es auf den Plakaten in den Autofenstern geschrieben. Mit lautem Gehupe rollten die Autos am frühen Nachmittag los - einmal quer durch Soest.

Sie wollten Aufmerksamkeit erregen und das haben sie auch geschafft. Andere Verkehrsteilnehmer stoppten, guckten, grüßten die Teilnehmer und am Straßenrand applaudierten vereinzelt Menschen.

Protestaktion bewusst gewählt

Hinter dem Protest steht ein Bündnis von zehn Soester Pflege- und Betreuungsdiensten. Gemeinsam haben sie bewusst den Autokorso als Protestaktion ausgewählt. Am frühen Nachmittag müssen die wenigsten Patienten versorgt werden und die meisten Pflegekräfte haben Zeit, um sich zu beteiligen, heißt es von den Organisatoren.

Frank Textor, Amelie Zarte, Mattis Scholl, Alena Pieles

Mattis Scholl (dritter von links) mit Kollegen

Bildquelle: WDR / Johanna Marmulla

Einer von ihnen war Mattis Scholl vom Soester Pflegedienst Duo Med. Er war zufrieden mit der Aktion.

"Ich bin überwältigt, dass so viele Kolleginnen und Kollegen mitgefahren sind. Wir waren laut, hoffentlich hört man uns auch im politischen Berlin." Mattis Scholl, Duo Med Pflegedienst Soest

Die Polizei begleitete den Autokorso, der ohne Zwischenfälle nach anderthalb Stunden beendet war.

Was die Pflegedienste kritisieren

Ziel des Entwurfs für das Pflegeneuordnungsgesetz ist es, die finanziell angeschlagene Pflegeversicherung zu stabilisieren und gleichzeitig die Versorgung neu zu ordnen. Aus Sicht der Soester Pflegedienste sind die Folgen gravierend.

"Wir haben große Sorge, dass die Qualität in Deutschland nach und nach schwindet und deshalb sind wir heute auf die Straße gegangen". Mattis Scholl, Duo Med Pflegedienst Soest
Befürworter des Bündnis Soester Pflegedienste mit einem Schild

Die Pflegedienste sind mit der geplanten Reform nicht einverstanden.

Bildquelle: WDR / Johanna Marmulla

Die Pflegedienste befürchten, dass Pflegebedürftigen unterm Strich weniger Geld für einzelne notwendige Leistungen zur Verfügung steht. Als Beispiel nennen sie Pflegehilfsmittel und die sogenannte Verhinderungspflege.

Pflegekräfte am Limit

Sie seien nicht grundsätzlich gegen Einsparungen, nur die Art und Weise, wie eingespart werden soll, sollten die Politiker nochmal überdenken, hieß es am Dienstag in Soest.

Die Kritik an der Pflegereform ist nicht nur regional groß, sondern auch auf politischer Ebene. Es kann also gut sein, dass noch in diesem Monat ein neuer Entwurf auf den Tisch gelegt wird. Beschlossen ist das Gesetz so oder so noch nicht.

Pflegedienste schlagen Alarm

WDR 08.09.2026 41 Sek. Verfügbar bis 07.09.2028

Unsere Quellen:

  • Kreispolizeibehörde Soest
  • Mathis Scholl, Pflegedienst Duo-Med, Soest
  • Bündnis Soester Pflegedienste
  • Beobachtungen einer WDR-Reporterin vor Ort
  • Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 08.09.2026, 15:30 Uhr

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