Frau in Soest monatelang vergewaltigt und erniedrigt | Aktuelle Stunde

Aktuelle Stunde 31.07.2026 32:05 Min. UT Verfügbar bis 31.07.2028 WDR Von Heinz Krischer

Monatelang gequält Frau soll wie Sklavin gehalten worden sein

Stand:

Eine 33-jährige Frau soll in Soest gefoltert, erniedrigt und vergewaltigt worden sein. Für das grausame Verbrechen, das dem WDR jetzt bekannt geworden ist, stehen vier Männer unter Verdacht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine obdachlose Frau wurde offenbar über Monate von vier Männern gefoltert und vergewaltigt
  • Sie sollen sie mit Essen und einer Unterkunft gelockt haben
  • Im November befreite die Polizei die Frau; ein Nachbar hatte sie entdeckt
  • Im Oktober beginnt der Strafprozess

Der Anwohner traute seinen Augen nicht: Auf der Terrasse eines benachbarten Reihenhauses in einer Soester Wohnsiedlung hing eine Frau, halbnackt, mit Handschellen gefesselt an einem Holzbalken. Der Mann rief die Polizei. Die befreite die Frau nach einem monatelangen Martyrium. So erzählen es uns Nachbarn.

Nach Informationen des WDR geriet die Frau Ende Juli vorigen Jahres in die Hände der mutmaßlichen Täter. Befreit wurde sie im November. Die Frau ist 33 Jahre alt, war damals obdachlos in Soest.

Vier Männer aus Soest sollen die Täter sein

Die mutmaßlichen Täter nutzten offenbar die Hilflosigkeit der obdachlosen Frau aus. Sie sollen sie psychisch abhängig gemacht haben. Unter anderem, indem sie ihr Essen und eine Übernachtungsmöglichkeit boten. Und gleichzeitig angebliches Fehlverhalten maximal grausam bestraften.

Ein Dach mit weißen Holzbalken.

An diesem Holzbalken soll die gefesselte Frau gehangen haben.

Zwei der mutmaßlich verantwortlichen Männer sind noch minderjährig: 16 und 17 Jahre alt. Sie sind noch auf freiem Fuß und müssen sich der Jugendkammer des Landgerichts Arnsberg stellen. Die anderen beiden Tatverdächtigen, 24 und 29 Jahre alt, sitzen in Untersuchungshaft. Der 29-Jährige gilt als mutmaßlicher Haupttäter.

Mutmaßlicher Haupttäter ist polizeibekannt

Eine Sprecherin des Landgerichts Arnsberg bestätigt auf WDR-Anfrage, dass eine Anklage der Staatsanwaltschaft gegen vier Männer zugelassen wurde und ein Prozess im Oktober starten soll. Den Angeklagten werden unterschiedliche Delikte vorgeworfen, unter anderem gefährliche Körperverletzung, Handeltreiben mit Cannabis und Vergewaltigung.

Der Hauptangeklagte ist polizeibekannt und hat einen deutschen Pass, ebenso die drei anderen. Zwei der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.

Mit Handschellen an Heizungsrohr gefesselt

Zumindest zeitweise war die Frau nach Informationen des WDR im Keller des Hauses des Haupttäters eingesperrt, mit Handschellen an ein Heizungsrohr gefesselt.

Ansicht auf eine Kellertür.

Zeitweise soll die Frau in diesem Keller eingesperrt gewesen sein.

Sie wurde offenbar massiv geschlagen, davon zeugen Wunden und ein Video, das die mutmaßlichen Täter aufnahmen.

Frau vergewaltigt und auf schreckliche Weise erniedrigt

Sie sollen die Frau vergewaltigt und erniedrigt haben. So sei sie gezwungen worden, Kot zu essen. Ein anderes Mal sei sie mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt worden, was schlimme Schmerzen und Hämatome hinterließ.

Fesselung auf dem Balkon führte fast zu lebensbedrohlicher Unterkühlung

Als sie am späten Abend des 3. November von dem Nachbarn entdeckt wurde, hing die Frau schon mehrere Stunden halbnackt und gefesselt auf dem Balkon. Im Krankenhaus wurde eine fast lebensbedrohliche Unterkühlung festgestellt, so die WDR-Information.

Die Nachbarn in der Wohnsiedlung hatten bis zu dem Polizeieinsatz im November das Haus vor allem als Drogenumschlagplatz im Blick. Schreie der Frau hätten sie nicht gehört – selbst nicht, als sie auf dem Balkon hing. "Die wurde bestimmt unter Drogen gesetzt", spekuliert ein Nachbar.

"Mich hat das sehr geschockt, dass wir als Nachbarn nicht mitbekommen haben, was da abgeht." Mirjam Becker, Nachbarin
Mirjam Becker schaut in die Kamera.

Nachbarin Mirjam Becker erfuhr erst von dem Drama, als die Polizei die Frau befreite.

So wie Mirjam Becker geht es auch den anderen Nachbarn, mit denen wir gesprochen haben.

Einer der mutmaßlichen Täter war auf der Flucht

Dass über den grausamen Fall bisher nichts bekannt wurde, hängt möglicherweise mit der Fahndung nach einem flüchtigen Angeklagten zusammen. Er ist mittlerweile gefasst. In dem Haus in Soest lebte auch die Lebensgefährtin des mutmaßlichen Haupttäters mit drei Kindern. Inzwischen sind alle ausgezogen.

Die Informationen für diesen Text stammen aus unterschiedlichen Quellen, die mit dem Fall vertraut sind, aber nicht genannt werden möchten. Ein Anwalt der Angeklagten ist dem WDR bislang nicht bekannt, daher konnte bisher auch kein Kontakt aufgenommen werden.

Brutale Misshandlungen über Monate in Soest

WDR 30.07.2026 00:33 Min. Verfügbar bis 29.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Recherchen des WDR Reporters vor Ort
  • Landgericht Arnsberg

Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 31.07.2026, 16 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 31.07.2026, 18:45 Uhr

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