Ferkel im Schweinebetrieb

Ein Ausbruch der ASP in einem Schweinebetrieb hätte verheerende Folgen.

Schweinepest Was ein Landwirt aus Südwestfalen jetzt dagegen tut

Stand:

Seit mehr als einem Jahr grassiert die Afrikanische Schweinepest in Südwestfalen. Sperrzonen gibt es in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Bei knapp 800 Wildschweinen wurde das Virus bislang nachgewiesen - für Schweinehalter in der Region längst keine abstrakte Bedrohung mehr.

Die Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest ist für Philipp Schulze zur Wiesch Teil seines Alltags geworden. "Es kann morgen die Meldung kommen, dass hier ein ASP-infiziertes Wildschwein in der Nähe gefunden wird, und dann sind wir direkt betroffen." Schulze zur Wiesch hält auf seinem Hof in Bad Sassendorf 450 Sauen für die Ferkelzucht.

Schweinepest kommt näher

Erst die Wildschweine in Deutschland, dann die Fälle in Hessen, näher als gedacht. "Man hat gemerkt, dass man gar nicht sicher sein kann, wo das nächste auftritt", erinnert sich Schulze zur Wiesch. Dann kam der erste Fall in Olpe. Ein Schreck, sagt er - plötzlich war die Seuche ganz nah.

Um Haus und Betrieb steht inzwischen ein neuer, zusätzlicher Zaun. 8.500 Euro hat er gekostet. "Das ist es mir wert, weil ich meine Schweine vor der ASP schützen will", sagt der Landwirt. Ob der Zaun am Ende wirklich schützt, weiß er nicht - versuchen will er es trotzdem.

Wildschweine direkt vor der Haustür

Am Waldrand hat Schulze zur Wiesch eine Wildkamera aufgehängt. Regelmäßig zeigt sie Wildschweine in Hofnähe. Beim Bauern hinterlässt das ein mulmiges Gefühl. "Bei der Bekämpfung der ASP haben die Suche nach Kadavern, Zaunbau und jagdliche Maßnahmen dazu geführt, dass das Seuchengeschehen konzentriert bleibt", heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.

Bauer Schulze zur Wiesch hält in seinen Händen ein Ferkel in seinem Schweinebetrieb

Landwirt Philipp Schulze zur Wiesch bei der Arbeit

Die Waschmaschine im Stall läuft quasi ununterbrochen. "Wir haben unsere Hygienekonzepte überarbeitet und an der einen oder anderen Stelle investiert, um möglichst gut vorzusorgen", erklärt Schulze zur Wiesch. Regelmäßig schickt er Blutproben seiner Tiere ins Labor - ein ASP-Früherkennungsprogramm.

Afrikanische Schweinepest hat gravierende Folgen

Ein positiver ASP-Fund bei Wildschweinen würde für den Betrieb zunächst eine Sperrzeit bedeuten: keine Ferkelverkäufe mehr, vor jedem Verkauf ein Tierarztbesuch mit Blutprobe. Das kostet Zeit und Geld. Tritt die Seuche im eigenen Bestand auf, würden alle Tiere binnen eines Tages getötet.

Das wäre schon psychologisch belastend. Das mag ich mir gar nicht ausmalen. Landwirt Philipp Schulze zur Wiesch

Zwei Versicherungen sichern ihn ab - eine ersetzt die Tiere, eine den Leerstand. Finanziell wäre er also für den Moment abgesichert. Emotional bleibt die Sorge trotzdem: "Ich hänge ja auch an meinen Tieren."

Seuche wäre existenzielle Bedrohung

Ein positiver ASP-Fall würde für Betriebe wie den von Schulze zur Wiesch weit mehr bedeuten als nur zusätzliche Auflagen. Die Schweinehalter in der Region kämpfen aktuell ohnehin mit niedrigen Erlösen und schwierigen Absatzmärkten.

Ein ASP-Ausbruch könnte für viele Schweinehalter in der Region schnell zur existenziellen Bedrohung werden.

Bauern haben große Angst vor der Seuche

WDR 03.07.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 03.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Landwirt Philipp Schulze zur Wiesch
  • Landwirtschaftsministerium NRW
  • LAVE NRW

Sendung: WDR.de, Bauern haben große Angst vor der Seuche, 06.07.2026, 5:09 Uhr

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