Neue Ideen für alte Synagoge in Lippstadt
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannWDR. 3 Min. 19 Sek.. Verfügbar bis 15.09.2028.
Studenten aus Detmold planen : Neue Ideen für alte Synagoge in Lippstadt
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Viele Lippstädter und auch Touristen dürften an dem unscheinbaren Gebäude vorbeigelaufen sein. Von der eher kleinen Synagoge ist nach den Novemberpogromen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 nicht viel übrig geblieben. Jahrzehntelang ist der früher festliche Raum als Garage und Abstellkammer genutzt worden - jetzt werden Pläne ausgearbeitet, wie das Haus würdig und ansprechend umgestaltet werden kann.
Die Studierenden der Detmolder Schule für Gestaltung sind überrascht. In den vergangenen Tagen und Wochen haben sich mehrere Dutzend Besucher für ihre Entwürfe interessiert. Ihr Ziel: Die Synagoge soll von einem Erinnerungsort zu einem Raum für die Zukunft werden.
Das Gebäude wurde 1852 gebaut. Noch im Jahr 1927 gab es zum 75-jährigen Bestehen ein großes Fest - wenige Jahre später schlug die Stimmung in Deutschland brutal um. Wie überall im Land ist das Gebäude bei den Novemberpogromen 1938 zerstört worden. Nur die Außenmauern blieben stehen.
Nur noch ein Foto zeigt das alte Innenleben
Es gibt kaum noch Belege, wie es früher in der Synagoge ausgesehen hat. Dieses Buch zeigt den festlich geschmückten Innenraum.
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannHeute erinnern nur noch ein altes Foto, eine einzige Fliese, Bücherreste und der Grundriss an das besondere Gebäude. Dass es nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, ist dem Verein "Kulturraum Synagoge Lippstadt e.V." zu verdanken. Der setzt auf Kultur, Gedenken und Begegnung.
Vorträge, Filmvorführungen und Aktionen hat es in den schlichten Räumen gegeben. Jetzt ist ein größerer Wurf geplant. Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold spielt dabei eine besondere Rolle.
"Offene Begegnungen" sind geplant
Das Team aus Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsbau hat das Gebäude und das ruhige Umfeld genauer unter die Lupe genommen, sich in Arbeitsgruppen viele Gedanken gemacht, Ideen entwickelt. Offene Begegnungen soll es geben, gezielte Veranstaltungen, individuelle Angebote.
Prof. Stephanie Stratmann sieht es als besondere Chance, dass die Studierenden echte Erfahrungen in der Praxis sammeln und ein Feedback bekommen. "Die Resonanz ist für mich ein großer Erfolg."
"Das Gebäude wirkt erst auf den zweiten Blick." Prof. Stephanie Stratmann
Man muss sich mit diesem Ort befassen, in die Geschichte schauen, die Spuren lesen und dann gibt es unzählige Möglichkeiten. Das ist eine sehr inspirierende Aufgabe".
Hoffen auf Stiftungen
Von Außen sieht es seit Jahren eher aus wie eine Lagerhalle. Zusammen mit dem Gartenhaus ist es aber ein idyllischer Platz - mit Geschichte.
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannProf. Jürgen Overhoff vom Lippstädter Synagogen-Verein ist optimistisch, dass schon in wenigen Jahren das Gebäude bekannter und es als Synagoge sichtbar wird. Er setzt besonders auf Stiftungen.
"Was wäre wenn" fragt der Synagogenverein. Die unterschiedlichen Entwürfe sollen eine Diskussionsgrundlage sein.
Bildquelle: WDR/Heinrich ButtermannAlle, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten mit dem besonderen Ort beschäftigt haben sind sich einig, dass hier etwas geschehen muss, dass die alte Synagoge große Chancen bietet. "Sie wird nie wieder so sein, wie sie war - aber sie wird ganz anders sein, und das ist eine riesige Chance," sagt eine Besucherin- und bekommt anerkennendes Nicken von anderen Besuchern.
Unsere Quellen:
- "Kulturraum Synagoge Lippstadt e.V."
- Technische Hochschule Westfalen-Lippe
- Ausstellungsbesucherinnen und Besucher
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Neue Ideen für alte Synagoge in Lippstadt, 16.09.2026, 5:00 Uhr
