Freiwillige aus ganz Deutschland kommen nach Neuenrade

Bildquelle: Kai Osthoff

WDR 58 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028

Mit Herz und Hacke in Neuenrade Freiwillige werden zu Forstarbeitern

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Insgesamt 18 freiwillige Helfer aus ganz Deutschland sind diese Woche im Stadtwald Neuenrade im Märkischen Kreis im Einsatz für die Natur. Viele haben sich frei genommen, um etwas für ihre Umwelt zu tun. Aus voller Überzeugung.

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Kai Osthoff

Kräftig haut Elisa Igersheim mit der Hacke in den Waldboden. Sofort findet sie einige Steine, die ihre Mutter Monika per Hand wegräumt. Dann holt die 37-Jährige aus Wittenberge erneut mit dem kombiniertem Handwerkzeug für Forst- und Gartenwirtschaft aus und kommt tiefer in den Waldboden.

Menschen knien auf einer Wiese

Mutter und Tochter in ihrem Element. Monika Igersheim ist durch ihre Tochter Elisa auf das Bergwaldprojekt aufmerksam geworden. Sie ist bereits zum sechsten Mal dabei.

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Ihre Mutter hält einen kleinen Eichen-Setzling in das Loch. "Einen Zentimeter müssen wir noch", sagt Elisa.

Teamwork von Mutter und Tochter beim Neuenrader Bergwaldprojekt

Monika und Elisa sind Mutter und Tochter. Monika Igersheim kommt aus Berlin. Die 64-Jährige ist zum sechsten Mal beim Bergwaldprojekt dabei. Das Projekt gibt es bereits seit mehr als 35 Jahren - und an mehreren Standorten in ganz Deutschland verteilt.

Tochter Elisa hat schon zehnmal freiwillig geholfen. Beide sind mit Herzblut dabei. Das merkt man ihnen an. "Wir können körperlich an unsere Grenzen gehen", sagt Monika Igersheim.

Wichtig für die jungen Bäume: Schutz vor Rehwild und vor Mäusen

Beide bringen den frischen Setzling in die Erde, schaufeln Erde drumherum und legen Steine um den kleinen zarten Stamm. Damit der Halt bekommt und als Schutz vor Tieren. Schafswolle wird dann noch um die Spitze gewickelt, denn die mag das Rehwild gar nicht.

Die Nominaltriebe sollen nicht angefressen werden, haben die Teilnehmenden gelernt. Mäuse haben bei einigen Setzlingen bereits die Wurzeln angeknabbert und beschädigt.

Ein Mann steht auf einer Wiese und holt etwas aus einer Tüte

Mit Schafswolle gegen Wildverbiss. Angelos Ioannidis vom Landesbetrieb Wald und Holz weiß, dass Rehwild den Geruch gar nicht mag und darum die jungen Triebe nicht anfrisst.

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"Solche freiwilligen Helfer sind sehr wichtig für uns. Somit bekommen wir zusätzlich Fläche aufgeforstet. Die Teilnehmer lernen außerdem Forstpraxis kennen und erweitern dadurch auch ihr Wissen, um anderen Menschen viel Wissenswertes rund um den Wald und die Natur mitzugeben" Angelos Ioannidis, Landesbetrieb Wald und Holz

Motivation der Helfer: mit jungen Bäumen an Morgen denken

Die Helfer sind unterschiedlichen Alters. Jeder hat seine eigene Motivation.

Die von Monika Igersheim ist: "Ich finde es wichtig, dass man was für die Umwelt tut. Es war mir schon immer ein Bedürfnis. Jemand muss daran denken, wie es weitergeht. Es ist nicht nur das Bäumepflanzen selbst. Vielmehr möchte ich anderen Pflanzen die Möglichkeit geben, ihnen zu mehr Lebensraum zu verhelfen", so die 64-Jährige.

Im Bergwaldprojekt Neuenrade Berufung gefunden

Ein Mann steht auf einer Wiese und hält einen kleinen Baum in der Hand

Wilhelm de Wet hat erst im letzten Jahr beim Bergwaldprojekt begonnen. Seitdem ist der 58-Jährige aus Baden-Württemberg schon das zehnte Mal im Einsatz.

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Auch Wilhelm de Wet ist mit im Stadtwald in Neuenrade dabei. In vielen unterschiedlichen Berufen hat der 58-Jährige aus Baden-Württemberg schon gearbeitet.

Am wohlsten fühlt er sich aber im Wald und mit der Tätigkeit, dort aktiv am Umweltschutz mitzuhelfen.

Große Hilfe auf großer Fläche - seit 35 Jahren

Rund 330 Hektar Stadtwald gibt es in Neuenrade. Natürlich können die freiwilligen Helfer nicht alles aufforsten - immerhin aber in den vergangenen sechs Jahren rund 3300 Bäume.

Es geht allerdings um viel mehr, als ums Bäume pflanzen. Die Freiwilligen bauen zum Beispiel auch Zäune, die die Flächen vor Rehwild schützen.

Tausende Helfer haben seitdem in heimischen Wäldern, Mooren und Freilandbiotopen geholfen, die Natur zu unterstützen - nicht nur in Neuenrade, das Projekt gibt es an vielen verschiedenen Orten in ganz Deutschland

Die Stadt Neuenrade finanziert die Bergwald-Woche in ihrem Stadtwald schon viele Jahre. Rund 7000 Euro kostet so eine Woche, wie die Stadt Neuenrade auf WDR-Anfrage erklärte.

Wie kann ich teilnehmen?

Über die Internetseite von Bergwaldprojekt e.V. können sich die Freiwilligen aussuchen, welche Naturschutzaufgaben an welchen Orten ihnen gefallen.

Unsere Quellen:

  • Stadt Neuenrade
  • Bergwaldprojekt e.V.
  • Eindrücke eines WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 23.09.2026, 19:30 Uhr

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