Lobbe will Hausmüll röntgen
Bildquelle: WDR/Heinz KrischerWDR. 2 Min. 30 Sek.. Verfügbar bis 24.09.2028.
Nach Feuer in Sortieranlage in Iserlohn : Lobbe will Hausmüll röntgen
Stand:
Schon wieder hat wohl ein falsch entsorgter Akku ein Feuer in einem Recyclinghof verursacht – schon zum zweiten Mal traf es die Firma Lobbe in Iserlohn. Um solche Brände zu verhindern, will die Firma in einem neuen Betrieb künftig den Müll auf Akkus röntgen.
Das Löschwasser überflutet immer noch weite Teile des Betriebshofes bei der Firma Lobbe in Iserlohn. An geregeltes Arbeiten ist hier nicht zu denken. Nach dem Feuer am Mittwoch sind jetzt überall Mitarbeitende mit dem Aufräumen beschäftigt.
Michael Wieczorek, Geschäftsführer Lobbe Umweltservice, weiß, dass ein erheblicher Schaden entstanden ist. Und er ahnt, dass es wieder mal ein falsch entsorgter Lithium-Ionen-Akku war, der den Brand auf dem Hof des Recyclingunternehmens verursacht hat.
"Exakt herausfinden wird man das wohl nicht, es ist ja alles verbrannt. Aber was sollte es sonst gewesen sein?" Michael Wieczorek, Geschäftsführer Lobbe Umweltservice
Lobbe Umweltservice Geschäftsführer Michael Wieczorek (links) im Gespräch mit Regionalleiter Jan-Niklas Dornbracht.
Bildquelle: WDR/Heinz KrischerIn immer mehr Alltagsgegenständen sind die Akkus verbaut, selbst in Musik spielenden Grußkarten. Da passiert es schnell, dass Akkus im Papier oder Kunststoffmüll landen.
Immer öfter brechen deshalb auf Recyclinghöfen Feuer aus, so wie am Mittwoch bei Lobbe in Iserlohn. "Warum wird bei uns nicht eine Pfandpflicht auf Akkus eingeführt, so wie in manchen anderen Ländern?", fragt sich der Lobbe-Geschäftsführer.
Wie Koffer auf dem Flughafen soll der Müll auf Akkus gescannt werden
Dann würde es vielleicht weniger brennbare Akkus im Müll geben. Aber allein darauf will man sich nicht verlassen. Zusammen mit dem Fraunhofer Institut haben Recyclingfirmen wie Lobbe ein Hoffnung machendes Projekt erarbeitet.
So sah der Kunststoffmüll aus, der gebrannt hatte.
Bildquelle: WDR/Heinz KrischerÄhnlich wie auf dem Flughafen, wo Scanner die Koffer der Reisenden röntgen, sollen in den Sortieranlagen der Recyclingfirmen ganz neue Anlagen den Hausmüll durchleuchten – und nach Akkus absuchen. "Wir haben im Test eine Erkennungsrate von 95 Prozent erzielt", sagt Michael Wieczorek.
Brand in Iserlohn weckte bei Anwohnern schlimme Erinnerungen
In wenigen Wochen soll solch eine Anlage in einem neuen Sortierzentrum in Iserlohns Nachbarstadt Menden in Betrieb gehen. Und nach den gefährlichen Akkus im Müll suchen. Künstliche Intelligenz soll bei der Erkennung helfen.
Bei dem Feuer am Mittwoch war Kunststoff-Müll mit einer dicken, schwarzen Rauchwolke verbrannt, die über den Iserlohner Ortsteil Sümmern zog. Das weckte bei vielen Anwohnern schlimme Erinnerungen. Vor 17 Jahren hatte es dort, ganz in der Nähe, einen verheerenden Brand bei der Firma Weka gegeben.
Rückstände im Rauch unterhalb der Grenzwerte
Anwohner fühlten sich sehr schlecht informiert über die giftigen Rauchwolken, die damals aufstiegen. Diesmal informierten die Stadt Stadt Iserlohn und Feuerwehr umfassend, über die NINA-Warnapp und Social-Media Kanäle.
Zudem sei der Brand vom Mittwoch nicht mit dem bei Weka zu vergleichen, sagt Iserlohns Feuerwehr-Chef Jörg Döring. Bei Messungen wurden zwar Rückstände aus dem Rauch festgestellt – doch unterhalb aller Grenzwerte.
Und: "Damals sind lösungsmittelhaltige Stoffe verbrannt, mit einer Vielzahl von Dioxinen. Das war damals viel toxischer einzustufen, als der jetzt verbrannte normale Plastik-Hausmüll."
Unsere Quellen
- Lobbe Umweltservice
- Feuerwehr Iserlohn
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 24.09.2026, 15:30 Uhr
