Reanimation wird an NRW-Schulen Pflicht
WDR. 02:39 Min.. Verfügbar bis 13.07.2028.
Jeder kann jederzeit in die Situation kommen, Leben retten zu müssen. Umso wichtiger ist es aus Sicht des Deutschen Roten Kreuzes und des Rotary Clubs Iserlohn, dass möglichst viele Menschen Laienreanimation lernen. Deshalb haben sie die Aktion "Herzschlag für Iserlohn" ins Leben gerufen.
Schüler in Iserlohn lernen Reanimation
In den vergangenen Wochen waren DRK und Rotary Club an verschiedenen weiterführenden Schulen in der Stadt. 1.400 Schüler haben dadurch gelernt, wie Reanimation funktioniert.
Dr. Jochen Köhne ist Hauptverantwortlicher der Rotary-Aktion.
Das sei ein sehr gutes Ergebnis, sagt der Projektverantwortliche Dr. Jochen Köhne vom Rotary Club Iserlohn. "Ich glaube, dass wir alle Schüler wirklich gut erreicht haben. Jeder weiß sicherlich ein bisschen, jetzt werden die Basics aber nochmal gelernt."
Eigentlich sollte die Aktion an den Schulen noch deutlich länger laufen. Während der Planung kam dann aber ein Beschluss des Landes NRW dazwischen. Demnach wird Laienreanimation nach den Ferien verpflichtend im Lehrplan aufgenommen.
Reanimationsunterricht bald Pflicht in NRW
Ab dem Schuljahr 2026/27 werden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 9 (Sekundarstufe I) in Nordrhein-Westfalen verpflichtend in Laienreanimation ausgebildet. So steht es in einem Erlass des Landes.
"Jede Schülerin und jeder Schüler soll mindestens einmal in den Klassen 7, 8 oder 9 eine Schulung zur Laienreanimation im Umfang von 90 Minuten erhalten. Förderschulen und private Ersatzschulen werden ermutigt, Reanimationsunterricht durchzuführen." Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW
Das nötige Material in Form von sogenannten Reanimationsphantomen, also den Übungspuppen, bekommen die Schulen vom Land NRW.
Mit einem sogenannten Reanimationsphantom kann Wiederbelebung realitätsnah gelernt werden.
Schulen entscheiden Umsetzung
Wie die Umsetzung genau aussieht, entscheidet jede Schule individuell. Teilweise wurden bereits Lehrer geschult, die den Schülern die Wiederbelebung beibringen sollen. Aber auch das Deutsche Rote Kreuz kann den Reanimationsunterricht übernehmen.
Unterschiedlich ist auch, in welchem Fach diese 90 Minuten umgesetzt werden. Möglich ist beispielsweise die Einbindung in den Sport- oder Biologieunterricht, aber auch eine gesonderte Veranstaltung.
Prüfen – Rufen – Drücken
Laienreanimation wird neben der Schule häufig in Vorbereitung auf den Führerschein oder im Unternehmen gelernt. Dabei wird die Methode "Prüfen - Rufen - Drücken" gelehrt. Dabei wird zuerst die Ansprechbarkeit der Person geprüft, dann der Notruf gewählt und anschließend mit der Herzdruckmassage begonnen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reports vor Ort
- Rotary Club Iserlohn
- Deutsches Rotes Kreuz Iserlohn
- Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
Sendung: WDR.de, Reanimation wird an NRW-Schulen Pflicht, 16.07.2026, 05:05 Uhr