Risikodrom soll Straßenwärter vor schweren Unfällen schützen

WDR 01:02 Min. Verfügbar bis 09.07.2028

Lebensgefährlicher Job Risikodrom soll Straßenwärter vor schweren Unfällen schützen

Stand:

Straßenwärter gehören zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Unfallrisiko. Ein neues Schulungsprogramm soll helfen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

Straßenwärter arbeiten oft unter lebensgefährlichen Bedingungen. Ihr Unfallrisiko liegt rund 13-mal höher als in vielen anderen Branchen. In Herscheid stellte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer jetzt das neue Fortbildungsprogramm "Risikodrom" vor.

An der Schulung nahmen heute 14 Mitarbeitende der Straßenmeisterei Herscheid teil. Unter ihnen auch der 21-jährige Straßenwärter Marvin Rösler. Er ist seit zwei Jahren ausgebildeter Straßenwärter und hat bereits zahlreiche kritische Situationen erlebt.

Fast jeden Tag fahren Autos zu schnell an uns vorbei und scheren so dicht vor uns ein, dass wir fast umgefahren werden. Marvin Rösler, Straßenwärter
Marvin Rösler

In der Fortbildung werden typische Arbeitssituationen in Videos aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt. Die Teilnehmenden analysieren gemeinsam, wo Gefahren entstehen und wie Arbeitsstellen sicherer gestaltet werden können.

Diskussion statt Belehrung

Fast jeder in der Runde kann von gefährlichen Begegnungen im Straßenverkehr berichten. Meistens liegen die geschilderten Vorfälle nur wenige Tage zurück. Die größte Gefahr ist das oft unberechenbare Verhalten der Autofahrer.

Schulungsleiter Sebastian Rabe, Verkehrspsychologe und Mitentwickler des Programms, setzt dabei bewusst auf den Erfahrungsaustausch der Beschäftigten.

Wir wollen niemand belehren. Sinn ist, dass die Kollegen miteinander diskutieren und gute Lösungen finden. Sebastian Rabe, Verkehrspsychologe

Für Marvin Rösler bietet die Schulung wertvolle Impulse für den Arbeitsalltag. Gleichzeitig sieht er eine besondere Herausforderung. "Die Gefahr ist natürlich groß, dass wir durch die Routine im Alltag wieder in unsere bisherige Vorgehensweise zurückfallen", beschreibt der 21-Jährige.

Minister macht mit

Oliver Krischer nahm etwa eine Stunde am Risikodrom teil

Am Mittag besuchte Verkehrsminister Oliver Krischer die Straßenmeisterei. Statt nur ein Grußwort zu sprechen, nahm er selbst an Teilen der Schulung teil.

Zuvor dankte er den Beschäftigten für ihren Einsatz und betonte die Bedeutung ihrer Arbeit für die Verkehrssicherheit in Nordrhein-Westfalen.

Risikodrom soll landesweit eingesetzt werden

Krischer machte deutlich, dass trotz vergleichsweise niedriger Unfallzahlen weiterer Handlungsbedarf besteht. Ziel sei es, die Sicherheit der Beschäftigten weiter zu verbessern.

"Unsere Unfallzahlen in NRW liegen für die Branche zwar relativ niedrig, aber trotzdem müssen wir dafür sorgen, dass sie noch besser werden", begründet Krischer das Schulungsprojekt. Deshalb soll das „Risikodrom“ künftig in allen Straßenmeistereien des Landes eingesetzt werden.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Marvin Rösler
  • Gespräch mit Sebastian Rabe
  • Gespräch mit Minister Oliver Krischer
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 09.07.2026, 19:30 Uhr

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