Viele Talsperren in NRW sind voll | WDR aktuell
Bildquelle: WDRWDR. 00:56 Min.. Verfügbar bis 10.08.2028.
Ruhrverband hat reichlich Wasser : Volle Talsperren in der Trockenheit
Stand:
Es erscheint schon fast paradox, aber während der Niedrigwasserzeit sind die Talsperren des Ruhrverbands im Sauerland immer noch gut gefüllt. Aktuell zu knapp 80 %. Obwohl die Talsperren das Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgen müssen und zur Zeit mehr Wasser abfließt als reinkommt.
Hitze und Niedrigwasserzeit fallen kaum auf an der Staumauer der Möhnetalsperre. Rund 100 Millionen Kubikmeter Wasser plätschern in der Talsperre. Anders ausgedrückt: sie ist zu knapp 80 Prozent gefüllt und die Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet aktuell mehr als gesichert. Auch, wenn es noch länger nicht regnen sollte.
Trinkwasserversorgung ist gesichert
Auch in den anderen Talsperren des Ruhrverbands wie Bigge-, Sorpe- oder Hennetalsperre ist noch reichlich Wasser. Möglich macht das die Änderung der gesetzlichen Mindestwasserführung. Hinter diesem Bürokratendeutsch verbirgt sich nichts anderes als die Erlaubnis für den Ruhrverband, weniger Wasser abzulassen.
"Ganz effektiv sparen wir rein rechnerisch eine ganze Talsperre im Jahr ein, die ungefähr so groß ist wie die Versetalsperre." Britta Balt, Sprecherin Ruhrverband
Bei Hattingen ist der Mindestpegel der Ruhr nicht mehr so hoch wie früher.
Bildquelle: WDRDenn mehr Wasser als früher hat der Ruhrverband nicht. Er darf nur anders damit umgehen. Wie das? Bis zur Gesetzesänderung Ende 2024 musste jedes Mal eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, weniger Wasser einzuspeisen, wenn die Ruhr unter einen gewissen Pegel fiel. Diesen Aufwand haben die Talsperrenbetreiber sich öfter mal gespart.
Keine Gedankenspiele für weitere Talsperren
In der Talsperrenleitzentrale wird täglich entschieden.
Bildquelle: WDR"Wenn wir diese Gesetzesänderung nicht bekommen hätten, hätten wir über kurz oder lang darüber nachdenken müssen. Müssen wir eventuell noch eine weitere Talsperre bauen?" sagt Britta Balt vom Ruhrverband. Das hat sich erstmal erledigt. In der Talsperren-Leitzentrale in Essen wird täglich auf die Pegelstände reagiert.
Talsperren zählen zur kritischen Infrastruktur
Falls mehr Wasser abgelassen werden soll, klingelt an der Möhne oder den anderen Talsperren das Telefon. Aus Angst vor Hackern ist der entscheidende Regler vor Ort und kann nicht aus der Ferne gesteuert werden. Schließlich zählen Talsperren zur kritischen Infrastruktur.
Ohne Talsperren wäre die Ruhr trocken gefallen
Der Pegel der Ruhr muss nicht mehr ganz so hoch gehalten werden.
Bildquelle: WDRFür das Talsperrensystem des Ruhrverbands ist die gegenwärtige Situation auf jeden Fall stressig. Den kompletten Juli bestand Zuschusspflicht. An 18 Tagen wäre die Ruhr bei Schwerte sogar vollständig trockengefallen, weil mehr entnommen wurde, als Wasser durchfloss. Das Wasser aus den Talsperren sicherte die Versorgung.
Unsere Quellen:
- Interview mit Britta Balt, Sprecherin Ruhrverband
- Pressemitteilung Ruhrverband
- Eindrücke und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Volle Talsperren trotz Trockenheit, 10.08.2026, 5:03 Uhr
