Mehrere Personen schauen sich die Sonnenfinsternis an. Eine Person hält ein spezielles Fernglas.

Nach der Sonnenfinsternis Warum Augenprobleme erst später auftreten

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Nach der Sonnenfinsternis gibt es viele besorgte Nachfragen bei Augenärzten. Patienten klagen, dass sie verschwommen sehen. Seit Mittwochabend gibt es einen regelrechten Ansturm auf Praxen und Kliniken.

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Petra Brönstrup

"Am Mittwochabend und auch an den Tagen danach gab es viele Anrufe, einige sind auch bei uns vorbeigekommen", erzählt Dr. Sebastian Hoffmann, Oberarzt an der Augenklinik im Dortmunder Klinikum. Die Menschen hätten geklagt, dass sie verschwommen sehen oder schwarze Balken vor den Augen gehabt hätten: "Viele haben ohne Schutz in die Sonne geschaut und hatten dann Sorgen, dass da was passiert sein könnte." Die Augenkliniken in Münster und Köln berichteten ebenfalls von mehreren Patienten, die ihre Beschwerden abklären lassen wollten. Auch mehrere Augenarztpraxen erhielten Anrufe von besorgten Sonnen-Guckern.

Vor der Sonnenfinsternis hatten Augenärzte dringend davor gewarnt, ohne Schutzbrille in die Sonne zu gucken. Doch manche riskierten trotzdem einen Blick und bekamen die Quittung. Normalerweise würden Menschen nicht direkt in die Sonne schauen, weil die zu sehr blende, erklärt Dr. Hoffmann: "Bei der Sonnenfinsternis ist das noch etwas tückischer, weil es nicht so blendet und man nicht wegguckt. Man schaut auch länger hin. Man will die Sonnenfinsternis sehen."

Das Auge kennt keinen Schmerz

Viele Menschen haben sich nicht mit einer Brille vor den Sonnenstrahlen geschützt, weil die Kraft der Sonne das Auge in dem Moment nicht stört: "Die Netzhaut hat keine Schmerzrezeptoren, man hat also keine Schmerzen bemerkt", sagt der Oberarzt von den städtischen Kliniken. Deshalb blickten viele länger ungeschützt in die Sonne, als es gesund sei.

Das Bild zeigt das Klinikum Dortmund.

Beim Klinikum Dortmund haben sich nach der Sonnenfinsternis einige Anrufer mit Beschwerden gemeldet.

Bildquelle: Bernd Thissen/dpa

Die meisten Sorgen waren in Dortmund und in anderen Städten zum Glück unbegründet. Bisher habe sich in keinem Fall der Verdacht einer Augenschädigung durch Sonnenlicht bestätigt, sagte Harun Akgül vom Augenzentrum am Heumarkt in Köln auf WDR-Anfrage. Im Klinikum Dortmund gab es auch keine Fälle, bei denen ernsthafte Schädigungen behandelt werden mussten.

Probleme können auch Tage später autreten

Die Probleme mit den Augen treten allerdings auch nicht direkt auf. Es kann Stunden oder sogar Tage dauern, bis Schäden sichtbar seien. Wer jetzt - einige Tage nach der Sonnenfinsternis - Probleme beim Sehen habe, solle sich an einen Arzt wenden, empfiehlt der Dortmunder Arzt Sebastian Hoffmann: "Wenn man einen schwarzen Punkt sieht, wenn man Linien verzerrt sieht, vielleicht Farben nicht mehr so wahrnimmt wie vorher, dann würde ich schon empfehlen, das augenärztlich kontrollieren zu lassen."

Ansturm auf Augenärzte nach Sonnenfinsternis

WDR 14.08.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 13.08.2028

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Unsere Quellen:

  • Augenkliniken der Unikliniken Münster und Köln
  • Harun Akgül, Augenzentrum Heumarkt, Köln
  • Dr. Sebastian Hoffmann, Oberarzt an der Augenklinik im Klinikum Dortmund

Sendung: wdr.de, Ansturm auf Augenärzte nach Sonnenfinsternis, 14.08.2026, 19:51 Uhr

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