200 Kilometer bis nach Köln geschwommen

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WDR 02:30 Min. Verfügbar bis 14.08.2028

Extremsport für den guten Zweck 200 Kilometer bis nach Köln geschwommen

Stand:

In Köln ist eine besondere Schwimm-Challenge zuende gegangen. Extremsportlerin Nathalie Pohl ist in Frankfurt in den Main gesprungen und für einen guten Zweck insgesamt 200 Kilometer bis nach Köln geschwommen.

Unter dem Jubel der Fans hat Nathalie Pohl das Ziel in Köln erreicht. Die Bedingungen im Rhein waren selbst für eine Extremschwimmerin wie sie schwierig - und auch gefährlich. Wegen der Schiffe, der Stömung und des Niedrigwassers.

Charity-Aktion trotz Badeverbots: Sondergenehmigung fürs Schwimmen in Rhein

Eigentlich ist Schwimmen im Rhein in vielen NRW-Städten wegen der großen Gefahr verboten. Auch Pohls Schwimm-Aktion "Rivers" war nicht ohne Risiko. Für ihr Projekt hat die Extremsportlerin eine Sondergenehmigung bekommen.

ie Extremsportlerin schwimmt während der Rivers-Challenge von Frankfurt nach Köln

Nathalie Pohl ist von Frankfurt nach Köln geschwommen.

Bildquelle: dpa, Jennifer Brückner
Ich hab mich gefreut, dass es jetzt auch vorbei ist. Nathalie Pohl, Extremschwimmerin

616.000 Euro für die Schwimmförderung

Zwischenzeitlich war es sehr heiß und Algen haben Nathalie Pohl die Strecke schwer gemacht. Die Spendensumme tröstet aber über die Erschöpfung hinweg: 616.000 Euro sind zusammen gekommen. Das Geld soll in Schwimmprojekte fließen. Mit der Aktion will Nathalie Pohl nämlich darauf hinweisen, dass viele Kinder nicht sicher schwimmen können.

"Ich hab schwimmen gelernt, als ich 5 Jahre alt war", erzählt Nathalie Pohl. "Es gibt so viele Kinder, die nicht die Chance haben, Schwimmen zu lernen, bevor sie in die Schule kommen." Darum ist die Schwimmförderung ihr Herzensthema.

Unterstützung durch Boote und Patenschwimmer

Für die Strecke hatte Nathalie Pohl Unterstützung von 14 anderen Schwimmerinnen und Schwimmern, die sie zwischendurch für Teilstücke abgelöst haben. Das war Teil des Sicherheitskonzepts, genauso wie mehrere Begleitboote. Pohl sollte etwa zwei Stunden am Stück schwimmen - und dann abgelöst werden.

Dienstagmorgen um 6 Uhr gab es viel Applaus, als Nathalie Pohl in Frankfurt am Main ins Wasser ging. Für sie ist das auch eine besondere Situation. Die 31-Jährige Extremschwimmerin ist mehrfache Weltmeisterin, hat aber auf ihren Strecken sonst nicht so viel Publikum, weil sie oft auf Meeren unterwegs ist: Sie ist durch den Ärmelkanal geschwommen, die Straße von Gibraltar und rund um Ibiza.

Extremschwimmerin Nathalie Pohl startet Weltrekordversuch

Extremschwimmerin Nathalie Pohl setzt sich für die Schwimmförderung ein.

Bildquelle: IMAGO/5VISION.NEWS/

Viele feiern Pohl in Sozialen Netzwerken für ihre wohltätige Aktion. Manche schauen aber auch mit etwas Skepsis auf das Projekt. Das dürfte an dem gewaltigen Medienrummel liegen - und daran, dass hinter der Aktion auch der gemeinnützige Verein einer Vermögensberatung steckt. Und auch auf Pohls Sponsor Red Bull und dessen Engagement im Sportbereich blicken viele Menschen kritisch.

Und ein wichtiger Hinweis: Bitte ahmt diese Aktion nicht nach. Schwimmen in Flüssen ist lebensgefährlich, es sind in diesem Jahr schon unzählige Menschen beim Baden ums Leben gekommen.

Zahl der Badetoten in NRW gestiegen

In keinem anderen Bundesland ist die Zahl der Badetoten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres stärker gestiegen als in Nordrhein-Westfalen. Nach einer Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind in NRW bis Ende Juli bereits 50 Menschen ertrunken. Das sind rund 43 Prozent mehr als im selben Vorjahreszeitraum. Badetote im Alter von 11 bis 20 Jahren stellten mit zwölf Opfern die größte Gruppe - dreimal mehr als im Vorjahreszeitraum.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Internetseite von Nathalie Pohl
  • Frühere WDR-Berichterstattung
  • Informationen von Red Bull

Sendung: WDR Lokalzeit Köln, Extremschwimmerin Nathalie Pohl kommt in Köln an, 14.08.2026, 19:30 Uhr.

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5 Kommentare

  • 5 WDR.de heute, 15:05 Uhr

    Vielen Dank für den Hinweis, wir werden das im Online-Artikel ändern und entschuldigen uns für die Fehlinformationen.

  • 4 Kritikli 13.08.2026, 12:40 Uhr

    Ohne ihre Leistung schmälern zu wollen: wie viele der „über 200 Kilometer“ schwimmt Frau Pohl denn selbst? Ich musste aus der BILD-Zeitung erfahren, dass Frau Pohl sich regelmäßig mit anderen Schwimmern abwechselt. Dazu fehlt im Artikel jedes Wort. Für mich grenzt das an Desinformation seitens des WDR.

  • 3 Herrmann Müller 12.08.2026, 12:25 Uhr

    Es ist schon erstaunlich. Da wird 2025 von der Stadt ein Badeverbot ausgesprochen und die DLRG erklärt, wie gefährlich das Schwimmen im Rhein ist. Ein Jahr später schwimmt eine Schwimmerin den Rhein herunter und wird dabei von der DLRG begleitet. Und das ganze unter dem Deckmantel, das ist ja etwas anderes weil es genehmigt wurde. Nein, es ist weder zu verstehen, warum dafür eine Genehmigung erteilt wird noch warum sich die DLRG hieran beteiligt. Gerade von der DLRG hätte ich mir hier ein klares Zeichen gewünscht. Ein noch schlechteres Vorbild kann man nicht abgeben.

  • 2 Phil 12.08.2026, 11:18 Uhr

    Sie schwimmt ja nicht alles...wechselt sich ab...Was für eine Challenge ist das denn? Wechselt alle 2 Stunden mit einem anderen Schwimmer? Herr Hess ist schon den kompletten Rhein geschwommen. Puh aus wenig nen Elefanten machen. Und den Schwimmanfängern zeigen das man bei Verbot schwimmen darf. Vorbild halt. Leider gar kein Verständnis dafür. Es ist verboten im Rhein zu schwimmen und sendet definitiv das falsche Signal, gerade weil noch berichtet wird wie viele dieses Jahr schon ertrunken sind. Ich bin damals, schon lange her, mit einem Freund von Koblenz nach Köln geschwommen in etwas über 12 Stunden und es war schön ein Drama wegen der Zuständigkeiten der DLRG und der WaSpo. Naja...muss jeder selber wissen ob das jetzt das richtige Signal ist, gerade auch bei dem Niedrigwasser und dem Schiffsverkehr

  • 1 Doris Zimmermann 12.08.2026, 09:35 Uhr

    Diese Challenge ist völlig sinnlos und dient nur dazu das eigene Ego zu puschen. Der soziale Touche " Geld zusammen damit Kinder schwimmen lernen können " ist hierbei reine Nebensache. Das Event setzt hier völlig falsche Singnale. Der Rhein ist gefährlich und es gibt ein Schwimmverbot. Trotzdem wird dieses Event von den Behörden erlaubt und von der DLRG noch unterstützt. Geld und Macht macht eben Alles möglich. Super toll .🫣 Das hat nichts mit der Schwimmleistung von Nathalie Pohl zu tun. Die ist schon bewundernswert.

    • Annette 12.08.2026, 10:28 Uhr

      Es gibt leider viel zu wenig Storys über Heldinnen in unseren Nachrichten. Den Mut und die Ausdauer von Nathalie kann ich nur bewundern. Diese Challenge und die voran erfolgten Wettbewerbe sind definitiv Wahnsinnsleistungen. Da gibt es für mich nichts zu " benörgeln" oder abzuwerten. Ich wünsche Dir viel Erfolg, Nathalie!

    • Herrmann 12.08.2026, 12:27 Uhr

      Hätte sie das Geld, was die Veranstaltung kostet, gespendet, wäre vermutlich mehr dabei rausgekommen.

    • Herrmann 13.08.2026, 12:48 Uhr

      @Annette: Nicht die Leistung ist zu bemängeln. Sondern die Aktion an sich. Sie setzt eindeutig das falsche Zeichen.

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