Eine Frau steht vor einem laufenden Wasserhahn.

Bewohnerin Christel Beuth macht sich Sorgen um ihre Gesundheit

Bildquelle: Oliver Köhler

Kein Leitungswasser trinken Bewohner in Hürth sorgen sich um Gesundheit

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Bewohner der Wohnanlage Clementinenhof in Hürth fürchten um ihre Gesundheit, weil sie möglicherweise seit Jahrzehnten mit Blei verunreinigtes Wasser trinken. Das Wohnungsunternehmen Vonovia hatte nach eigenen Angaben bei der Sanierung einer Wohnung eine Trinkwasserleitung gefunden, in der Blei verbaut wurde.

Vonovia hat alle Bewohner der denkmalgeschützten Anlage aufgefordert, ab sofort das Leitungswasser nicht mehr zu trinken. "Ich weiß ja nicht, was für Leitungen in meiner Wohnung verbaut sind", sagt Christel Beuth dem WDR. "Deshalb mache ich mir große Sorgen."

Die Wohnanlage Clementinenhof wurde von 1930 bis 1931 von RWE für die Mitarbeiter des Goldenbergwerks gebaut. "Zu der Zeit wurden Wasserleitungen noch mit Blei hergestellt", sagt Christel Beuth.

Bewohner lassen ihr Blut auf Blei untersuchen

Das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises hat in den vergangenen Tagen in zahlreichen Wohnungen Wasserproben aus den Wasserhähnen genommen. Noch liegen die Ergebnisse nicht vor.

Eine Wohnanlage in Hürth.

Im Clementinenhof wurde Trinkwasserleitung aus Blei gefunden

Bildquelle: Oliver Köhler

Gleichzeitig hat das Gesundheitsamt Anwohner, die sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, geraten, am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Technischen Hochschule in Aachen eine Blutuntersuchung machen zu lassen. So können sie mögliche Belastungen mit Blei im Körper abklären.

"Mein Mann und ich haben die Blutuntersuchung machen lassen", sagt Bewohnerin Anna Melchior dem WDR. "Da hat man bei uns keine Belastung mit Blei gefunden, zum Glück. Ob Vonovia jetzt bei uns in der Wohnung nachsieht, ob wir auch Bleirohre haben, hat man uns bisher nicht gesagt."

Rohre mit Blei mussten bis Anfang des Jahres entfernt werden

Das Wohnungsunternehmen hat aber Aktivkohlefilter unter den Wasserhähnen angebracht. Damit können nach Angaben von Vonovia etwa 90 Prozent der Bleispuren aus dem Trinkwasser entfernt werden.

Eigentlich mussten Gebäudeeigentümer bis zum 12. Januar dieses Jahres alle Bleirohre und bleihaltigen Teilstücke aus den Wasserinstallationen ihrer Häuser entfernen oder stilllegen. Das schreibt die Trinkwasserverordnung vor. Die Eigentümer von Gebäuden, also auch Vonovia, waren verpflichtet im Vorfeld des 12. Januar zu überprüfen, ob es in den Trinkwasserinstallationen in ihren Gebäuden Bleirohre gibt.

Vonovia weicht Fragen zu Bleirohren aus

Der WDR hat Vonovia gefragt, warum die bleihaltigen Leitungen nicht bis zum 12. Januar aus den Häusern des Clementinenhofes entfernt wurden. Diese Frage hat das Unternehmen nicht beantwortet. Vonovia schreibt aber in einer Mail an den WDR:

Oftmals werden verbaute Bleileitungen erst im Zuge von Sanierungsarbeiten entdeckt. Diese sind nicht immer im Keller zu finden, sondern können auch in einzelnen Strängen verteilt im Haus liegen. Das macht die Sanierung von Bleileitungen schwierig. Christina Jordan,
Sprecherin Vonovia

Eigentümer von Gebäuden, die vor 1973 gebaut wurden, mussten laut Gesetz aktiv prüfen, ob in Wänden unentdeckte Bleirohre stecken. Das Umweltbundesamt hat Eigentümern empfohlen, zunächst das Trinkwasser auf Blei zu untersuchen.

Der Schriftzug Vonovia

Gibt es erhöhte Bleiwerte im Wasser, muss der Eigentümer die Wasserleitungen überprüfen lassen. Ob Vonovia alles Notwendige getan hat, um die Bleileitungen in der Wohnanlage Clementinenhof in Hürth rechtzeitig zu finden, muss nun das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises aufklären.

Wasserleitung aus Blei in Hürther Wohnsiedlung

WDR 28.09.2026 55 Sek. Verfügbar bis 28.09.2028

Unsere Quellen:

  • Stellungnahme von Vonovia
  • WDR-Gespräche mit Anwohnern
  • Stellungnahme des Rhein-Erft-Kreises

Sendung: WDR.de, Wasserleitung aus Blei in Hürther Wohnsiedlung, 30.09.2026, 5:02 Uhr

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