Eine Puppe, in die gedrückt wird und Konfetti

168 Stunden am Stück Bielefeld schafft Weltrekord im Wiederbeleben

Stand:

Um Mitternacht war es geschafft: Der Weltrekord im Dauer-Reanimieren geht ans Franziskus Hospital nach Bielefeld.

Über eine Millionen Mal wurde in die Weltrekordpuppe gedrückt – sieben Tage und sieben Nächte lang. Das ist Weltrekord mit 168 Stunden. Laut Krankenhaus waren über 6.000 Personen dabei. Niels Rahe-Meyer ist Initiator der Aktion und glücklich: "Wir alle haben diesen Weltrekord erreicht. Jeder von uns ist Weltmeister im Leben retten geworden."

"Es gibt nichts Schöneres als Leben zu retten." Niels Rahe-Meyer

Die Wiederbelebungspuppe hat jetzt Feierabend. Sie sah am Ende der Aktion aber auch etwas mitgenommen aus. Tatsächlich musste die Puppe sieben Mal ersetzt werden. Die erste war schon nach zwei Tagen kaputt gegangen. "Darauf waren wir vorbereitet", sagt Rahe-Meyer. "Solche Puppen sind so extreme Belastungen auch nicht gewohnt."

In Zukunft mehr Leben retten

Eine Frau reanimiert eine Puppe, Menschen applaudieren und Konfetti fliegt

Isolde Forst-Ettler reanimiert die letzte Minute.

Bildquelle: Jana Haver

Alle, die beim Weltrekord mitgemacht haben, haben vorher eine kurze Einweisung bekommen. Profis aus der Medizin oder dem Rettungsdienst erklärten die wichtigsten Handgriffe. Zum einen wurde gezeigt, wie stark man in welchem Takt in die Puppe drücken muss. Zum anderen wurde aber auch erklärt, in welchen Fällen eine Herzdruckmassage überhaupt nötig ist - und wie jede und jeder auch nach dieser kurzen Einweisung im echten Leben helfen kann.

Reanimation Weltrekordversuch

Die Weltrekordpuppe wurde über eine Millionen mal gedrückt.

Bildquelle: WDR/Jana Haver

Bei einem Kreislaufstillstand, also wenn ein Mensch plötzlich aufhört zu atmen, muss zuerst der Krankenwagen gerufen werden, aber dann sind die Minuten bis zu dessen Eintreffen oft entscheidend. Die Hoffnung der Initiatoren: Wenn hier viele Menschen besser geschult sind und die Herzdruckmassage beherrschen, dann könnten so in Zukunft mehr Leben gerettet werden.

Viel Unterstützung aus der Bevölkerung

Tagsüber waren in der Woche einige Schulklassen dabei, den Rest der Zeit verschiedene Vereine, Feuerwehren oder Rettungsdienste und natürlich interessierte Menschen aus der Bevölkerung. "Es sind so viele Menschen vorbeigekommen und haben mitgemacht", sagt Rahe-Meyer, der anfangs unsicher war, wie viele Nächte er und sein Krankenhausteam selbst ran müssten. "Selbst mitten in der Nacht sind Leute vorbeigekommen, die Lust hatten, ein Teil des Weltrekordes zu werden."

Eine Gruppe mit Sektgläsern neben einer Puppe

Der Weltrekord wird in Bielefeld richtig feiert.

Bildquelle: Jana Haver

Kurz vor Mitternacht war am Sonntagabend viel los in der Eingangshalle des Krankenhauses. Gemeinsam wurde runtergezählt und um Mitternacht flog das Konfetti. Eine Jurorin vom Rekord-Institut für Deutschland bezeugte den Weltrekord und überreicht die offzielle Urkunde.

Der Weltrekordversuch wurde im Rahmen der Woche der Wiederbelebung durchgeführt. Ziel der Aktion war es, mehr Menschen mit der Reanimation in Berührung zu bringen und damit Berührungsängste abzubauen.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Niels Rahe-Meyer
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Bielefeld feiert Weltrekord im Reanimieren, 28.09.2026, 1:45 Uhr

Bielefeld feiert Weltrekord im Reanimieren

WDR 28.09.2026 50 Sek. Verfügbar bis 27.09.2028

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