Spritpreise mittags nochmal gestiegen
01:17 Min.. Verfügbar bis 01.07.2028.
Zwei Monate lang hatte die Bundesregierung die Spritsteuer um etwa 17 Cent pro Liter gesenkt, um Autofahrer und Autofahrerinnen in Deutschland zu entlasten. Doch der Tankrabatt ist jetzt wie geplant zu Ende Juni ausgelaufen. Seit Mittwoch greift er nicht mehr. Was Autofahrer jetzt wissen müssen.
Wann genau ist der Tankrabatt ausgelaufen?
Der Tankrabatt endete mit dem 30. Juni 2026. Die Regel, dass die Tankstellen die Preise nur einmal am Tag um 12 Uhr mittags anheben dürfen, bleibt jedoch bestehen. Deswegen dürfen die Tankstellen die Preise eigentlich erst am Mittag des 1. Juli erhöhen.
Ab heute gilt wieder die alte Steuer von 16,7 Cent pro Liter Kraftstoff. Und bereits am Morgen waren die Preise laut ADAC stark gestiegen. Demnach war das Superbenzin der Sorte E10 am Mittwochmorgen um 8 Uhr um 13,4 Cent teurer als zur gleichen Zeit am Dienstag. Bei Diesel fiel der Anstieg mit 15,6 Cent sogar noch stärker aus.
Um wie viel sind die Spritpreise nach Ende des Tankrabatts gestiegen?
Heute um 12 Uhr war es soweit: der Tankrabatt der Bundesregierung fiel weg, heißt 17 Cent weniger. Erwartet wurde, das die Spritpreise wieder stark ansteigen. An einer Tankstelle in Wuppertal kurz vor der Umstellung wollten viele noch mal eben schnell den Tank voll machen. Die meisten Autofahrer sehen die Maßnahme kritisch.
Ein Autofahrer erzählte, dass er mehrere Firmenwagen hat und ihn dieses Preise sehr belasten. Ein andere Autofahrer hält nichts von der Maßnahme: "Grundsätzlich halte ich das für nicht gut, weil sehr viel verpufft. Ich denke, man sollte Mineralölfirmen mehr reglementieren und dazwischengrätschten." Am Ende stiegen die Preise an der Wuppertaler Tankstelle nicht um 17 Cent, sondern je nach Sprittart zwischen 13 und vierzehn Cent.
Die 12-Uhr-Regel den Tankstellen bleibt erhalten. Sie regelt, dass Tankstellen nur einmal am Tag die Preise zu erhöhen dürfen.
Der WDR suchte in sieben NRW-Städten die Tankstellen heraus, die am Vormittag E10 und Diesel zum kleinsten Preis anboten und beobachtete, wie viel Geld Autofahrer um kurz nach 12 Uhr an den selben Tankstellen für einen Liter Kraftstoff zahlen mussten.
Diese extremen Differenzen zwischen den Preisen vor und nach zwölf reduzierten sich aber bereits kurz darauf wieder.
Hängen die hohen Preise auch jetzt noch mit dem Konflikt im Iran zusammen?
"Nein. Definitiv nicht", sagt Michael Westerhoff aus der WDR-Wirtschaftsredaktion. Vor dem Krieg habe eine Tonne Öl 72 Dollar gekostet und jetzt koste sie wieder in etwa das selbe wie damals. Im abgelaufenen Quartal sei der Preis sehr stark eingebrochen. So stark wie seit Corona nicht mehr. "Mit dem Krieg kann man die hohen Benzinpreise also nicht rechtfertigen", sagt Westerhoff.
Hat der Tankrabatt überhaupt etwas gebracht?
Die Entlastung ist nur zum Teil an die Verbraucher weitergegeben worden. Zu dem Schluss kommt jedenfalls vorläufig das Bundeskartellamt in seinem Jahresbericht 2025/2026, der am Dienstag vorgelegt wurde. Das endgültige Untersuchungsergebnis zur Steuersenkung werde erst Mitte Juli bekanntgegeben.
Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo und die Monopolkommission hatten schon festgestellt, dass die Mineralöl-Firmen die Steuererleichterung nicht komplett weitergereicht hätten. Das Ifo geht bei Diesel davon aus, dass von den 16,7 Cent Steuerrabatt lediglich 12 Cent bei den Verbrauchern ankamen.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- ADAC
- Bundeskartellamt
Sendung: WDR 5, Wirtschaftsmagazin, 01.07.2026, 13:34 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 01.07.2026, 18:45 Uhr