Eine orangene Tankstelle mit Anzeigetafel und Bäumen links und rechts im Hintergrund.

Laut Bundeskartellamt Tankrabatt nur teilweise weitergegeben

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Die Steuersenkung beim Sprit war für die Verbraucher gedacht. Der Rabatt kam aber nicht vollständig an, so das Bundeskartellamt.

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Jörg Sauerwein

Wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs hatte die Bundesregierung die Steuer auf Kraftstoffe für zwei Monate um knapp 17 Cent gesenkt. Für die Autofahrerinnen und Autofahrer. Die haben davon aber wohl nicht ganz so profitiert, wie gedacht.

Auch wir gehen davon aus, dass der Tankrabatt möglicherweise nicht zu jedem Zeitpunkt vollständig weitergereicht worden ist. Andreas Mundt, Präsident Bundeskartellamt in Bonn

Genaue Ergebnisse der Preisbeobachtungen wollte der Chef des Bundeskartellamtes Andreas Mundt bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Behörde für 2025/2026 noch nicht präsentieren. Denn man will sowohl noch die letzten Tage des Tankrabatts auswerten als auch die Tage, an denen die Preise dann ab dem 1. Juli wieder steigen. Ihre Ergebnisse will die Behörde Mitte Juli vorstellen.

Haben Mineralölkonzerne beim Tankrabatt abkassiert?

Zuvor hatte schon die Monopolkommission die Mineralölbranche kritisiert. Und das Wirtschaftsinstitut Ifo hatte berechnet, dass zum Beispiel beim Diesel nur 12 Cent der Steuersenkung bei den Verbrauchern angekommen sein soll. Andreas Mundt bezeichnete die Ifo-Studie als "gar nicht schlecht". Jetzt werde es spannend, wie sich die Preise mit Auslaufen der Steuersenkung entwickeln.

Wie teuer wird der Sprit jetzt?

Die Befürchtung, dass die Kraftstoffe jetzt sogar um mehr 17 Cent teurer werden könnten, teilt Daniel Kaddik nicht. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen (bft) glaubt, dass der transparente Markt in Deutschland das verhindern wird. Jeder könne in den Spritpreis-Apps die Preise vergleichen und zur günstigsten Tankstelle fahren.

Diskussion um neue 12-Uhr-Regel

Die seit April geltende 12-Uhr-Regel kritisiert Kaddik. Dass Tankstellen die Spritpreise nur noch einmal am Mittag erhöhen dürfen, sei ein Eingriff in die freie Preisbildung. Außerdem entgingen den Tankstellen jetzt die Einnahmen aus dem Shopgeschäft in den Stunden nach 12 Uhr, wenn die Preise am höchsten sind und niemand mehr kommt.

Bundeskartellamt: Regel hilft Autofahrern

Für das Bundeskartellamt ist die neue Regelung dagegen ein Erfolg. Denn vorher gab es ein dauerndes Auf und Ab der Preise – bis zu 50 mal am Tag. Wer nach dem Blick auf eine Spritpreis-App zur vermeintlich günstigsten Tankstelle gefahren war, musste damit rechnen, dass der Kraftstoff inzwischen schon wieder teurer war.

Damit sei jetzt Schluss, sagte Kartellamtspräsident Mundt in Bonn. Jetzt gebe es durchschnittlich nur noch fünf Preisanpassungen am Tag. Einmal geht es um 12 Uhr nach oben, danach nur noch in wenigen Schritten nach unten bis zum nächsten Mittag. Deshalb seien Spritpreis-Apps zum Preisvergleich jetzt auch wieder eine gute Entscheidung.

Mehr Transparenz für Raffinerien und Großhändler

Auch das neue Kartellrecht sieht die Bonner Behörde positiv: Nach dieser Regelung sind Raffinerien und Großhändler jetzt dazu verpflichtet, Kostenstrukturen offenzulegen. Sie müssen dem Kartellamt umfangreich nachweisen, dass ihre Preise nicht unangemessen sind.

Tankrabatt nur teilweise weitergegeben

WDR 30.06.2026 03:49 Min. Verfügbar bis 30.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Interview mit Andreas Mundt, Präsident Bundeskartellamt
  • Pressekonferenz Bundeskartellamt
  • Interview mit Daniel Kaddik, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Freier Tankstellen
  • Agenturmeldungen dpa und Reuters

Sendung: WDR.de, Tankrabatte nur teilweise weitergegeben, 30.06.2026 14:47 Uhr

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