Zehnter Castor-Transport durch NRW abgebrochen

WDR 01:41 Min. Verfügbar bis 11.03.2037

Von Jülich nach Ahaus Atommüll-Transport wegen Panne abgebrochen

Stand:

Der zehnte Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag abgebrochen worden.

Eigentlich sollte in der Nacht von Mittwoch, 22. Juli, auf Donnerstag der nächste Castor-Behälter ins Zwischenlager nach Ahaus im Münsterland gebracht werden. Der Transport des Atommülls musste allerdings abgebrochen werden. Am Transportfahrzeug habe es einen technischen Defekt gegeben, teilte die zuständige Polizei Münster mit.

Keine Gefahr durch Störung

Die Störung sei noch vor der Ausfahrt aus dem Forschungszentrum Jülich festgestellt worden. Eine zeitnahe Reparatur oder ein spontaner Austausch des Fahrzeugs sei nicht möglich gewesen. Es wurde deshalb entschieden, den Transport abzusagen.

Von dem Transportbehälter auf dem Lastwagen habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, so die Polizei. Das Fahrzeug sei auf dem gesicherten Gelände in Jülich geblieben. Bereits beim zweiten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus Ende April hatte sich die Abfahrt wegen eines technischen Defekts an der Zugmaschine verzögert.

Atomkraftgegner in Ahaus und Jülich fordern schnelle Aufklärung

Die Bürgerinitiativen gegen Atomkraft fordern eine schnelle Aufklärung der Panne, die zur Absage des Transports geführt hat.

"Was wäre passiert, wenn die Panne unterwegs auf der Autobahn passiert wäre? Auf solche Schadensfälle ist die Polizei doch gar nicht vorbereitet." Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Atomkraftgegner Matthias Eickhoff

Matthias Eickhoff ist besorgt

Bei zwei von zehn Transporten gab es schon Probleme und 144 Castoren fehlen noch. "Das ist ein wahnsinniges Sicherheitsrisiko. Deshalb fordern wir den Abbruch der Transporte", sagt Matthias Eickhoff.

Das Polizeipräsidium Münster ist für die Sicherheit der Castor-Transporte verantwortlich. Im Gespräch mit dem WDR hieß es, die Beamten haben sich intensiv auf die Transporte vorbereitet. Die Polizei habe den Auftrag, einen sicheren Transport zu gewährleisten. Dies habe oberste Priorität. Man prüfe jederzeit, ob ein Castor-Transport sicher durchgeführt werden kann.

"Die Polizei bereitet sich grundsätzlich auf unterschiedliche Einsatzlagen vor. Ziel ist immer der Schutz von Menschen und die Verhinderung von Gefahren." Stellungnahme Polizeipräsidium Münster

Es gibt zwar vier Sattelzüge für die Castor-Transporte. Heute Nacht schnell zu tauschen war aber nicht möglich, sagt das Wirtschaftsministerium NRW.

"Da eine zeitnahe Reparatur oder ein spontaner Austausch des Spezialfahrzeugs vor Ort nicht unmittelbar möglich war, entschied die Polizei, den Transport nicht wie geplant durchzuführen", erklärt ein Ministeriumssprecher.

Vorheriger Castor-Transport ohne Probleme

In der Nacht zuvor, von Dienstag auf Mittwoch, hatte es den neunten Castor-Transport durch Nordrhein-Westfalen gegeben. Dieser war ohne Probleme oder Störungen verlaufen. Entlang der Strecke hatte es einzelne Proteste gegeben.

Von dem ehemaligen Forschungsreaktor in Jülich im Kreis Düren ins Zwischenlager in Ahaus im Münsterland werden insgesamt 152 Castor-Behälter transportiert. Es ist einer der größten Transporte seit Jahrzehnten, begleitet von einem Großaufgebot der Polizei.

Wann der zehnte Castor-Transport nachgeholt wird, ist noch unklar. Die Atomkraftgegner haben bereits angekündigt, ihre Proteste in jedem Fall fortzusetzen.

Unsere Quellen:

  • Mitteilung der Polizei Münster
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
  • Wirtschaftsministerium NRW

Zehnter Castor-Transport durch NRW abgebrochen

WDR 23.07.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

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Sendung: WDR.de, Zehnter Castor-Transport durch NRW abgebrochen, 23.07.2026, 5:51 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit, 23.07.2026, 19.30 Uhr

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