Kanzler zur Eröffnung der Adenauer School in Köln
02:26 Min.. Verfügbar bis 13.07.2028.
An der Uni Köln gab es seit Montagmorgen hohe Sicherheitsvorkehrungen, Einlasskontrollen und viel Polizei. Grund dafür war der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz. Er war seit dem Mittag an der Uni zu Besuch, um die neue Adenauer School of Government zu eröffnen. Es ist eine Einrichtung, die Köln künftig international zu einem wichtigen Standort für Forschung rund um Politik und Verwaltung machen soll.
Forschung und Ausbildung für gute Regierungsführung
Die Polizei ist mit Sprengstoff Spürhunden vor Ort.
Mit der Adenauer School of Government will die Universität zu Köln ein neues Zentrum im Bereich von Politik und Verwaltung aufbauen. Ziel ist es, Forschung und Lehre enger miteinander zu verbinden und künftige Führungskräfte für Politik, Verwaltung und öffentliche Institutionen auszubilden.
Nach Angaben der Universität soll die Einrichtung nach dem Vorbild internationaler Government Schools arbeiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen wollen in Köln gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen entwickeln. Zum Beispiel im Bereich von Demokratie, Digitalisierung, Klima, Sicherheit oder gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Bundeskanzler Merz ist am Mittag in Köln eingetroffen
Kritik und Protest auf dem Campus
Demonstrierende an der Universität zu Köln
Doch nicht alle begrüßen das neue Prestigeprojekt. Seit dem Mittag begleiten Studierendenvertretungen den Kanzler-Besuch mit lautstarken Protesten. Laut Polizei sind rund 1.200 Protestierende beteiligt. Sie befürchten, dass an der Adenauer School of Government künftig einseitige, wirtschaftsnahe Eliten ausgebildet werden, während in anderen sozialen und universitären Bereichen das Geld gekürzt wird.
Die Universität Köln weist die Vorwürfe zurück. Sie bezeichnet die Adenauer School of Government als überparteiliches Forschungs- und Bildungszentrum. Der Protest richtet sich aber auch gegen Friedrich Merz selbst. Der AStA kritisiert, dass unter seiner Regierung soziale und gesellschaftliche Errungenschaften zurückgedreht würden.
Insgesamt verlaufen die Proteste auf dem Uni-Campus friedlich. Einen Zwischenfall hat es aber gegeben. Am späten Mittag sind zwei Menschengruppen aufeinander zugelaufen, und es kam zu Handgreiflichkeiten. Offenbar weil sich laut Polizei ein rechter Influencer unter die Protestierenden gemischt hatte. Die Polizei konnte beide Seiten schnell voneinander trennen.
Jährlich rund zehn Millionen Euro Unterstützung
Möglich wird der Aufbau der Adenauer School of Government durch die Alfred Landecker Foundation. Sie finanziert das Projekt langfristig mit jährlich rund zehn Millionen Euro. Die Alfred Landecker Foundation ist eine deutsche gemeinnützige Stiftung. Sie wurde 2019 von der Unternehmerfamilie Reimann gegründet.
Die öffentliche Stiftung kämpft gegen Antisemitismus und setzt sich für die Stärkung der Demokratie ein. Sie finanziert Forschungsprojekte, Lehrstühle und Bildungsprogramme.
Konrad Adenauer als Namensgeber
Konrad Adenauer (links) wird 1949 von Bundestagspräsident Erich Köhler vereidigt
Leiter der neuen Einrichtung ist der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Axel Ockenfels. Die Universität spricht von einem Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Köln. Namensgeber der School of Government ist Konrad Adenauer.
Die Universität verweist dabei nicht nur auf seine Rolle als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch auf seine enge Verbindung zu Köln. Adenauer war Oberbürgermeister der Stadt und setzte sich für die Neugründung der Universität zu Köln ein.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Universität zu Köln
- Pressemitteilung Allgemeiner Studierendenausschuss der Kölner Universität
- Beobachtungen der Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 13.07.2026, 12:31 Uhr
Sendung: WDR 5 Westblick, Lokalzeit, 13.07.2026, 17:05 Uhr
