NRW-Verdienstorden für Lindenstraße und co

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Aktuelle Stunde 02.06.2026 09:23 Min. Verfügbar bis 02.06.2028 WDR Von Per Quast

Einsatz für queere Menschen Wüst überreicht Landesverdienstorden

Stand:

Die Landesregierung hat bei einem Festakt den Einsatz für queere Menschen gewürdigt. Hendrik Wüst übergab die Verdienstorden.

Fünfzehn Personen hat Ministerpräsident Hendrik Wüst am Dienstagnachmittag geehrt. In der Staatskanzlei hat er ihnen für ihr Engagement den Landesverdientsorden überreicht. Die Geehrten hätten sich für ein offenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander eingesetzt und so die Gleichberechtigung queerer Menschen gestärkt, so Wüst.

Engagement für Gleichberechtigung in ganz NRW

Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen: Hendrik Wüst steht am Podium und redet vor eine Gruppe Menschen die auf Stühlen sitzt.

NRW-Minsiterpräsident Hendrik Wüst bei der Verleihung des Verdienstordens

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Die Preisträger verbindet ihr unterschiedliches Engagement für Menschen aus der LGBTQI-Szene. Über ganz Nordrhein-Westfalen verteilt haben sie sich für das Thema und queere Belange eingesetzt. "Ihr Engagement ist ein Geschenk für viele Menschen und für die Gesellschaft in Summe", so Hendrik Wüst zu Beginn der Veranstaltung.

Carolina Brauckmann engagiert sich zum Beispiel in Köln mit vielen konkreten Projekten. Die Liedermacherin hat sich zuletzt vor allem für ältere Schwule, Lesben und Trans-Personen eingesetzt. So hat Heike Kivelitz queeres Leben in Mönchengladbach sichtbar gemacht - mit Ausdauer und viel Beharrlichkeit, würdigt die Landesregierung.

Sie habe mit dem Dachverband "Queers an der Niers" und dem Queeren Zentrum in Mönchengladbach eine wichtige Anlaufstelle in der Region geschaffen. In Siegen hat sich Steffen Schwab in der damaligen "Schwulen Initative Siegen" engagiert. Sein Ziel sei es immer gewesen, Menschen zusammenzubringen, so der Ministerpräsident.

Wüst würdigt Aufklärung zu HIV und Aids

Den Landesverdienstorden hat auch Peter Hölscher bekommen. Er setzt sich seit Jahren für queere Menschen mit Beeinträchtgungen ein. Viele der Ausgezeichneten haben sich über Jahre hinweg auch im Zusammenhang mit dem Thema HIV engagiert, etwa Reinhard Klenke. Der Mitiniator des Christopher Street Days in Köln sei ein Pionier der Aufklärungsarbeit und "ein starker Kämpfer gegen HIV und Aids", so Hendrik Wüst.

Er unterstütze Menschen mit HIV und gebe ihnen eine Stimme. Klenke hat die Aidshilfe Paderborn mitgegründet. Erik Tenberken bekam den Orden unter anderem, weil er sich früh mit seiner Kölner Apotheke auf die Versorgung von HIV-Patienten spezialisiert habe. Unter anderem in der Düsseldorfer Aidshilfe hat sich Reinhard Schmidt Anfang der 1990er Jahre engagiert.

Ehemaliger Bundestagsabgeordneter bekommt Landesverdienstorden

Für die rechtliche Gleichstellung setzt sich seit Jahrzehnten Volker Beck ein. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen habe das Lebenspartnerschaftsgesetz geprägt. Das Gesetz ermöglichte es ab 2001 gleichgeschlechtlichen Paaren eine Lebenspartnerschaft einzugehen. Beck sei wegen seines Engagements auch Ziel eines geplanten Mordanschlags gewesen, so Wüst.

"Das zeigt auf ganz erschütternde Weise, dass der Einsatz für Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt auch heute noch sehr viel Mut erfordert", so Wüst. Solchen Mut hätten auch Menschen bewiesen, die sich früh öffentlich für Gleichberechtigung eingesetzt haben und dafür den Landesverdienstorden heute erhalten haben.

Ordensträger haben Debatten zur Gleichberechtigung ausgelöst

Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen: Hendrik Wüst mit Ricarda Hofmann vom Podcast Busenfreundin stehen vor der Menge zusammen.

NRW-Ministerpräsident Hendrik wüst überreicht Ricarda Hofmann vom Podcast Busenfreundin den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

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Etwa die Schauspieler Ralph Morgenstern sowie Georg Uecker und Claus Vinçon aus der TV-Serie Lindenstraße oder deren Produzent Hans W. Geißendörfer. Sie hätten queere Themen in die Öffentlichkeit getragen und so gesellschaftliche Debatten geprägt. Das mache auch Ricarda Hofmann in ihrem Podcast "Busenfreundin" mit queeren Themen. "Ihr Podcast ist ein Ort für gesellschaftliche Debatten, für Vielfalt, für Sichtbarkeit und für Gleichberechtigung", lobt der Ministerpräsident in der Laudatio.

Ehrenamtlich arbeitet der Historiker Marcus Velke-Schmidt daran, dass queere Geschichte erhalten bleibe. Er habe sich etwa bei der Wanderausstellung zum Paragrafen 175 StGB eingebracht, nach dem Homosexualität in Deutschland unter Strafe stand und der erst 1994 ganz abgeschafft wurde. "Wir erleben sehr, sehr starken Gegenwind", sagte er vor der Verleihung im WDR5-Westblick. Die Orden seien da ein ganz wichtiges Zeichen.

Den Landesverdienstorden hat in der Staatskanzlei außerdem Jochen Saurenbach überreicht bekommen. Er hat den Kölner Szene-Treffpunkt "Pimpernel" gegründet. Das sei mehr als eine Diskothek, sondern ein Zentrum, so Wüst. Das Publikum scheint diese Anmerkung teils einordnen zu können: viele der Gäste, darunter neben Landespolitikern auch Familie und Bekannte der Ordensträger, schmunzeln und lachen.

Verdienstorden vor 40 Jahren gestiftet

Der Landesverdienstorden wird seit 1986 verliehen. Die Landesregierung möchte damit Persönlichkeiten würdigen, die sich besonders für die Gesellschaft und das Land NRW einsetzen.

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 02.06.2026, 18:45 Uhr

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