Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine lieferte das Blau-Gelbe Kreuz viele Tonnen an Hilfsgütern in das gebeutelte Land. Der deutsch-ukrainische Verein "Blau-Gelbes Kreuz" mit Sitz in Köln hat in den vergangenen fast viereinhalb Jahren Geld- und Sachspenden im Wert von 50 Millionen Euro gesammelt. Am Donnerstag ging das 1.000. Hilfsfahrzeug, ein ausgemusterter Rettungswagen, auf die Reise in die Ukraine.
Frank Bender, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, sprach gegenüber dem WDR von ganz großer Dankbarkeit, dass die Mitglieder diese immense humanitäre Hilfe leisten können. Allerdings denke er auch daran, dass die aktuelle Hilfslieferung nach Sumy in der heftig umkämpften Ostukraine unterwegs sei.
Was geliefert wird
Alleine im laufenden Jahr wurden schon 164 Lkw mit 40 Tonnen Ladung in die Ukraine geschickt. Zu den Hilfsgütern zählen unter anderem Frischwasser und Stromgeneratoren, die in Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten die Infrastruktur sichern sollen. Auch Krankenhausbetten, Rollatoren, Rollstühle und weitere Rettungsfahrzeuge wurden in die Ukraine gebracht.
Hilfskonvoi für Ukraine
Bildquelle: Alex Talash/dpaWDR 5 Westblick - aktuell. 06.08.2026. 05:30 Min.. Verfügbar bis 06.08.2027. WDR 5.
Hinzu kommen Rettungsrucksäcke, sogenannte "Rescue Backpacks". Vor Ort werden sie zur Erstversorgung Schwerverletzter eingesetzt, damit diese es bis ins Krankenhaus schaffen. Geliefert wurden davon circa 6.000 Stück. Ein Ende der Hilfslieferungen ist nicht in Sicht. Zudem wurden Ärztepartnerschaften vermittelt.
Wir sind darauf angewiesen, dass die Menschen uns weiterhin großzügig für die Ukraine unterstützen. Frank Bender, stellvertretender Vorsitzender des Blau-Gelben Kreuzes
Ehrenamt und Unterstützung
Das Blau-Gelbe Kreuz ist inzwischen eine der größten Hilfsorganisationen für die Ukraine. Der Verein zählt 250 Mitglieder und 100 aktive Ehrenamtler. Engagement spielt hier also eine große Rolle. Und auch die Hilfe der Landesregierung wird gebraucht.
"Wir erleben das seit 2022, dass die Landesregierung voll hinter der Unterstützung für die Ukraine steht", sagt Bender. Hilfsgüter im Wert von 500.000 Euro wurden vom Land finanziert. Die Organisation wird aber größtenteils durch Spenden von Privatpersonen und Unternehmen getragen. Dieses Jahr seien es schon etwa zehn Millionen Euro.
Das Geld sei dringend nötig, sagt Frank Bender. Natürlich flache das Interesse, so schlimm das ist, an der Ukraine ab. "Auf der anderen Seite haben wir auch sehr treue Unterstützer, die sehr wohl wissen, warum sie das tun. Einmal natürlich um diese humanitäre Not zu lindern. Aber uns muss allen klar sein, wie wichtig die Ukraine ist - für unsere eigene Sicherheit."
Wachsende Gefahr
Am Dienstagabend wurde am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe von vier ukrainischen Transportflugzeugen eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. Sorgt sich das Blau-Gelbe Kreuz um die Sicherheit seiner Konvois?
"Tatsächlich ist unseren Fahrzeugen nie etwas passiert. Wir sind noch nie angegriffen worden. Aber natürlich setzt man sich einem gewissen Risiko aus". Frank Bender, stellvertretender Vorsitzender des Blau-Gelben Kreuzes
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Unsere Quellen:
- Pressekonferenz des Blau-Gelben Kreuzes
- Interview mit Frank Bender
Sendung: WDR 5, "Hilfskonvoi für Ukraine", 06.08.2026, 17.05 Uhr