Nach den Kontrollen gegen Schrottimmobilien gestern in sechs NRW-Städten gibt es jetzt Ergebnisse. Laut Bau- und Kommunalministerium haben die Behörden Brandschutzmängel, Scheinbeschäftigungen und Sozialleistungsmissbrauch aufgedeckt. Mehr als 100 Einsatzkräfte hatten in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld und Velbert Gebäude und Arbeitsverhältnisse überprüft.
14 Mal drohte Lebensgefahr bei Schrottimmobilien
Besonders ins Auge fällt, dass die Kontrolleure bei 38 Wohnungen oder Wohnhäusern so krasse Mängel festgestellt haben, dass sie dicht gemacht wurden. Den Mietern wurde von den Kommunen angeboten, woanders unterzukommen, bis die Vermieter Alternativen organisiert haben.
In 14 Fällen sahen die Kontrolleure sogar Lebensgefahr, weil der Brandschutz nicht in Ordnung war. Außerdem wurden defekte Haustüren, Fenster mit Schimmel, kaputte Elektroanlagen sowie Rattenbefall und Vermüllung festgestellt.
Land will Schrottimmobilien-Strukturen zerschlagen
Bei den Kontrollen ging es auch um Sozialbetrug. In knapp 60 Fällen gab es laut Ministerium zum Beispiel Hinweise, dass Menschen nur zum Schein einen Arbeitsvertrag hatten. Das mutmaßliche Ziel: Sich mit dem angeblichen Job Sozialleistungen zu erschleichen. Fünf Mal lautete der Verdacht Schwarzarbeit.
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU)
Bildquelle: dpa / Henning KaiserIn zwölf Fällen wird bei betroffenen EU-Ausländern nun geprüft, ob sie die europäische Freizügigkeit verlieren. Diese beinhaltet das Recht, sich überall in der EU aufhalten und dort eine Arbeit aufnehmen zu dürfen. Außerdem vollstreckten die Behörden drei Haftbefehle. Zudem wurden Personen angetroffen, gegen die Ermittlungen laufen und deren Aufenthaltsort bisher unbekannt war.
"Die Kontrollaktion war ein weiterer, gezielter Treffer gegen das Geschäftsmodell mit Schrottimmobilien", sagte die zuständige Bau- und Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU). Die Behörden wollen die Ergebnisse der Kontrollen jetzt weiter auswerten, um die Strukturen rund um das Geschäft mit Schrottimmobilien aufzudecken und zu zerschlagen.
Analysesystem hat überprüfte Gebäude ausgesucht
Schrottimmobilien sind in betroffenen Kommunen schon seit vielen Jahren ein Problem. Großkontrollen gab es deshalb immer wieder. Laut Ministerium hat sich der Kampf mittlerweile digital professionalisiert.
Ein großer Teil der 143 überprüften Gebäude wurde demnach vorher mit einem Analysesystem ausgewählt. Es verknüpft Immobilien- und Sozialdaten und zeigt so Auffälligkeiten an.
Unsere Quellen:
- Ministerium für Heimat, Kommunales und Bauen
- eigene Recherche
Sendung: WDR Aktuell, BEITRAGSNAME, 25.09.2026, 11 Uhr
