Ab diesem Schuljahr werden die Erste-Hilfe-Kurse in der Sekundarstufe I Pflicht
Bildquelle: IMAGO/Zoonar//Matej KastelicLehrer bilden Schüler aus : Wiederbelebung wird jetzt in der Schule unterrichtet
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Bisher war es so: Wer seinen Führerschein macht, besucht den Erste-Hilfe-Kurs - meist war es der erste und einzige im Leben. Nun aber soll die Lebensrettung schon früher erlernt werden. Alle Schulkinder der Klassen sieben, acht und neun müssen ab diesem Schuljahr einen Erste-Hilfe-Kurs im Schulunterricht absolvieren. Geleitet werden die 90-minütigen Übungen zur Wiederbelebung von eigens ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern.
Neuer Reanimationsunterricht an Schulen in NRW
Erste-Hilfe-Kurse in Schulen gab es bisher nur als freiwillige Modellprojekte und Initiativen. Zwischen 2017 und 2020 wurden im Rahmen des Modells "Laienreanimation an Schulen in NRW" mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler und 1.000 Lehrkräfte geschult. Die Teilnahme war dabei freiwillig, und die Kurse von ärtzlichen Partnern durchgeführt.
Reanimationsunterricht: Lehrkräfte in Mülheim bereiten sich vor
Bildquelle: Nathalie Arendt/WDRDie Teilnahme am neuen Reanimationsunterricht ist Pflicht. Lehrer vermitteln den Kindern und Jugendlichen die notwendigen Kenntnisse. Das nordrhein-westfälische Schulministerium hatte im Dezember 2025 alle Schulen des Landes angewiesen, mindestens zwei Lehrkräfte die Ausbildung zur Laienreanimation absolvieren zu lassen.
Warum gibt es diese Änderung?
Die Verlagerung des Unterrichts auf das eigene Lehrpersonal habe mehrere Gründe, sagt das nordrhein-westfälische Schulministerium. Lehrkräfte würden ihre eigenen Schüler am besten kennen und wüssten, wie das Thema altersgerecht vermittelt werden kann.
"Ziel ist es, die Verantwortung für erfolgreiche Reanimationen breiter in der Gesellschaft zu verankern und klarzumachen: Es gibt nur eins, das man falsch machen kann: nicht zu helfen." Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Durch die dauerhaft zur Verfügung gestellten Reanimationsphantome, so heißen die Puppen, an denen man die Herzdruckmassage und die Beatmung trainiert, könnten Lehrkräfte auch in Vertretungsstunden zusätzlichen Erste-Hilfe-Unterricht leisten und den Schülern regelmäßige Wiederholungseinheiten bieten. Verpflichtend ist jedoch nur ein einmaliger Reanimationsunterricht von 90 Minuten.
Wie sind die Schulen vorbereitet?
Die 2.100 betroffenen Schulen mit Sekundarstufe I bereiten sich seit rund einem Jahr darauf vor, ihre Schüler zu Reanimationshelfern auszubilden. Die Ausbildung von mindestens zwei Lehrkräften pro Schule läuft seit Ende des vergangenen Jahres.
Am Märkischen Gymnasium Iserlohn haben die Schüler bereits Reanimation gelernt.
Bildquelle: Daniel BrockeDie Schulen bekommen die nötigen Ressourcen von einer eigens eingerichteten Geschäftsstelle des Schulministeriums zur Verfügung gestellt, das auch die entsprechenden Fortbildungen koordiniert. Auch die Reanimationsphantome für den Erste-Hilfe-Unterricht stammen zu großen Teilen vom Land, das Phantome im Wert von 80.000 Euro beschafft hat. Jede Schule soll mit zehn Reanimationspuppen ausgestattet werden. Darüber hinaus will auch die Björn-Steiger-Stiftung und die Deutsche Herzstiftung zusätzliche Reanimationsphantome im Wert von insgesamt 400.000 Euro liefern.
Warum schon in Sekundarstufe I?
Vielleicht stellt sich dem einen oder anderen die Frage, ob Kinder der Sekundarstufe I überhaupt alt genug sind, um eine ordentliche Reanimation durchführen zu können. Laut dem nordrhein-westfälischen Schulministerium sind Schulkinder bereits ab der siebten Klasse körperlich in der Lage, eine Herzdruckmassage auszuführen. Ärztliche Erhebungen würden dies bestätigen. Außerdem würde in der Sekundarstufe I ein gesamter Jahrgang erreicht. Im frühen Alter könnten mögliche Hemmungen abgebaut werden.
Unsere Quellen:
- Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Sendung: WDR.de, Welt-Erste-Hilfe-Tag: Fünf Tipps, wie ihr im Notfall anderen optimal helft, 12.09.2026, 05:02 Uhr
