Es war das zentrale Wahlversprechen der CDU, die ungleiche Lehrkräftebesoldung aufzuheben. Unmittelbar nach dem Wahlsieg 2022 wurde dies auch umgesetzt. Grundschullehrkräfte sowie alle Lehrkräfte von Haupt- und Realschulen erhielten schrittweise mehr Geld. Zum neuen Schuljahr sind sie auf der Besoldungsstufe A13 angekommen, so wie die Lehrkräfte an Gymnasien.
Schulleitungen wurden vertröstet
Grundschuldirektoren und Konrektoren bekamen für den Zusatzaufwand schon immer etwas mehr Geld. Doch durch die Angleichung der Besoldungsstufen wäre dieses Plus weg. Kurz vor den Sommerferien hatte die Landesregierung deshalb ein Besoldungspaket für Schulleitungen beschlossen.
Darüber hatten sich die Lehrergewerkschaften zwar gefreut, aber auch bemängelt, dass es nicht für alle Schulleitungen gilt. Denn die Höherstufung erfolgt nur an Grund- und Hauptschulen mit mehr als 360 Schülerinnen und Schülern.
Nur 14 Prozent der Grundschulleitungen profitieren
Und die Bedenken der Gewerkschaften waren nicht unberechtigt. Dies zeigen Zahlen, die das Schulministerium auf Anfrage der FDP dem Landtag übermittelt hat. Danach werden Schulleitungen nur an 386 Grundschulen besser bezahlt - das sind gerade 14 Prozent aller Grundschulen. Bei den Hauptschulen sieht es nur wenig besser aus. Nur 35 haben mehr als 360 Schülerinnen und Schüler.
FDP kritisiert das als Mogelpackung
Franziska Müller-Rech (FDP)
Bildquelle: WDR"Wer ein Besoldungspaket für Schulleitungen und Lehrkräfte verspricht, weckt die Erwartung, dass die Wertschätzung auch in der Breite ankommt. Die eigenen Zahlen der Landesregierung zeigen jetzt das Gegenteil", sagt die schulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Franziska Müller-Rech. Und besonders absurd sei die starre Grenze. 359 Schülerinnen und Schüler würden nicht weniger Verantwortung bedeuten als 360. "Wer Verantwortung wirklich wertschätzen will, darf nicht mit solchen willkürlichen Grenzen arbeiten", so die Oppositionspolitikerin.
Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hatte bei der Vorstellung des zweiten Besoldungspakets Mitte Juli tatsächlich erklärt: "Wertschätzung für unsere Schulleitungen und Lehrkräfte zeigt sich auch in ihrer Bezahlung." Für 2027 plant das Land 4 Milliarden Euro für die bessere Bezahlung von Schulleitungen ein. 2028 sollen es 10 Milliarden Euro im Jahr werden.
Unsere Quellen:
- Parlamentsdatenbank NRW Landtag
- Statement NRW-FDP
- Pressemitteilung Schulministerium vom 05.07.26
Sendung: WDR.de, Mehr Geld für Lehrer: Viele Grundschulleitungen gehen leer aus, 21.08.2026, 11:15 Uhr