Die Einzelbeträge reichen von rund drei Millionen Euro für die LWL-Klinik Marl-Dortmund bis hin zu über 140 Millionen Euro als höchstem Betrag für das Rheinland Klinikum Lukaskrankenhaus Neuss. Mit dem Geld sollen Umbauten für die Spezialisierung der Kliniken finanziert werden - zum Beispiel Operationssäle.
Im Regierungsbezirk Detmold haben drei Kliniken Förderbescheide von insgesamt rund 43 Millionen Euro überreicht bekommen. Geld erhalten das St. Vinzenz Hospital in Rheda-Wiedenbrück, das Evangelische Klinikum Bethel in Bielefeld und das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen – für Erweiterungen, Neubauten und spezialisierte Kinderherzmedizin.
Wüst und Laumann übergeben Förderbescheid
Lauman sagte, diese Umbauten erforderten "zum Teil erhebliche Investitionen" - auch in neue Gebäude. Ministerpräsident Wüst erinnerte an die Haupt-Ziele der NRW-Krankenhausreform: Es gehe sowohl um eine "starke ortsnahe Grundversorgung", aber auch eine "deutliche Spezialisierung bei der Versorgung von komplexen Behandlungen".
Klagen gegen den Neuzuschnitt der Aufgaben
Grundsätzlich regelt die Reform, welche Leistungen die Kliniken künftig anbieten dürfen – abhängig von Personal, Kompetenzen und dem Gesamtangebot in NRW und nicht mehr auf Basis der Bettenzahl. So wird die stationäre Versorgung neu gestaltet. Das kann aber auch zu längeren Wegen für die Patienten führen. Auch sind nicht alle Kliniken mit dem Neuzuschnitt ihrer Aufgaben einverstanden.
Am Oberverwaltungsgericht in Münster sind aktuell noch 21 Eilbeschwerdeverfahren anhängig - von insgesamt 41 eingegangenen Verfahren. Mitte November war das Marienhospital Wesel mit seiner Beschwerde teilweise erfolgreich und darf vorläufig einzelne Behandlungsbereiche (u.a. Leukämie und Lymphome) weiter anbieten.
SPD: Geld reicht bei weitem nicht
SPD-Gesundheitsexperte Thorsten Klute sagt zur der Übergabe der Förderbescheide, das sei zwar gut für die Häuser, die Gelder bekommen. Aber: viele andere gingen eben auch leer aus. Aus seiner Sicht reichen die Mittel für die NRW-Krankenhausreform bei weitem nicht aus: "Der Krankenhausplan bedarf mindestens fünf Milliarden zu seiner Umsetzung, andere sagen auch sieben Milliarden." Vom Land kommen insgesamt 2,5 Milliarden. "Ein Drittel davon wird dann jetzt schon ausgegeben, man sieht daran, wie unterfinanziert der Krankenhausplan ist".
Zuletzt waren im Dezember 2024 und im April 2025 Förderbescheide übergeben worden.
Sendung: WDR.de, Höhe Fördergelder für Krankenhausreform übergeben, 28.11.2025, 14:45 Uhr.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung aus dem NRW-Gesundheitsministerium
- Interview mit Gesundheitsminister Laumann, CDU
- Mitteilung des OVG
- Interview mit Thorsten Klute, SPD
- eigene Recherchen
