Das Problem ist erkannt, doch die Abhilfe dauert: Kaputte Brücken machen Nordrhein-Westfalen weiter zu schaffen. Rund 2.500 der insgesamt 30.000 Bauwerke sind marode und müssen dringend saniert werden. Damit das in Zukunft schneller geht, bringt das NRW-Verkehrsministerium nun ein Bündel an Maßnahmen auf den Weg. Sie werden am Nachmittag auf einer "Brückenkonferenz" mit den Beteiligten beschlossen.
Fertigbauteile für kürzere Bauzeiten
Nach WDR-Informationen werden dabei vereinfachte, modulare Bauweisen im Mittelpunkt stehen. Sie sollen dazu führen, dass die Brücken schneller entstehen können. Konkret sollen, wann immer möglich, vorgefertigte Bauteile und standardisierte Errichtungsverfahren eingesetzt werden und so die Bauzeiten verkürzen.
Die Konzepte dazu entstanden teils beim Wiederaufbau nach der Hochwasser-Katastrophe vom Juli 2021. In dieser Zeit mussten an vielen Stellen im Land möglichst schnell viele Brücken wieder befahrbar gemacht werden.
Neues NRW-Brückenprogramm der Bahn
Für die Bahn wird die DB Infrago außerdem ein neues Brückenprogramm extra für Nordrhein-Westfalen auflegen. Darüber hinaus sollen Baustellen künftig früher und besser aufeinander abgestimmt werden. Das soll verhindern, dass eine Hauptroute des Straßenverkehrs gleichzeitig mit der Ausweichstrecke auf der Schiene gesperrt und saniert wird.
Brücken bröseln überall in NRW
Die Behörden kämpfen aktuell auf allen Ebenen mit den Brösel-Brücken: Da ist zum Beispiel die Bonner Nordbrücke, die im Juni komplett gesperrt wurde. Seitdem ist die A565 unterbrochen. Für ihren Neubau ist - weil die Brücke zu einer Bundesautobahn gehört - der Bund verantwortlich. Für die Düsseldorfer B1-Südbrücke hat dagegen das zuständige Land beschlossen, dass die wichtige Verkehrsverbindung abgerissen und neu errichtet werden muss.
Für die Brücke der Solidarität in Duisburg, die ebenfalls über den Rhein führt und neu gebaut werden soll, ist wiederum die Stadt zuständig. Und auch die Fahrgäste der Deutsche Bahn bekommen die maroden Bauten zu spüren - derzeit zum Beispiel bei der einseitig gesperrten Opladener Brücke über die Wupper.
Alle Beteiligten an einem Tisch
Am Nachmittag werden deshalb alle Beteiligten gemeinsam ihre Ansätze für die schnelle Ertüchtigung der Brücken vorstellen: Erwartet werden Vertreter von Bundesverkehrsministerium und Autobahn GmbH, der Bahn-Schienentochter DB Infrago, dem Landesbetrieb Straßen NRW und der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Außerdem haben sich Vertreter der Bauindustrie angekündigt.
Im November 2023 hatte die schwarz-grüne Landesregierung ihre so genannte "Sanierungsoffensive" gestartet. Die sieht vor, dass innerhalb von zehn Jahren 400 Brücken in NRW durch Neubauten ersetzt werden. Bislang ist das in 48 Fällen passiert. Allein aus dem Sondervermögen des Bundes fließen dafür rund drei Milliarden Euro.
Unsere Quellen:
- eigene Recherche
Sendung: WDR 2 Nachrichten "WDR aktuell", Brückenkonferenz soll Sanierung beschleunigen, 17.09.2026, ab 05 Uhr
