Ein Warnschild mit der Aufschrift PFAS

Mehr Fundstellen von Industriechemikalien in NRW

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Manche PFAS-Industriechemikalien stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Ab 2026 gelten deshalb neue Trinkwasser-Grenzwerte. In NRW werden diese Vorgaben laut Messungen schon eingehalten.

Sogenannte Ewigkeits-Chemikalien, kurz PFAS, belasten die Natur in Nordrhein-Westfalen. PFAS brächten "Risiken" mit sich "für die menschliche Gesundheit", sagte die Präsidentin des Landesumweltamts, Elke Reichert, am Freitag in Duisburg. Daher sei es wichtig, dass die Behörde in den letzten 20 Jahren ein umfangreiches Messnetz aufgebaut habe.

Sie finden sich in Produkten wie Feuerlösch-Schaum, Outdoor-Kleidung, Teflon-Pfannen und Kosmetika. Auch Windräder und Solarzellen nutzen ihre wasser- und fettabweisenden Eigenschaften: Diese per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, finden sich deshalb aber auch in der Umwelt.

Sinkende Messwerte

Die Stoffverbindungen seien "da", betonte Reichert. Man werde mit ihnen umgehen müssen. Die Gewässerschutz-Expertin der Behörde, Friederike Vietoris, verwies aber auch auf sinkende Messwerte in NRW - etwa in der Ruhr. Das sei auch das Ergebnis von weltweiten Verboten und EU-Regulierungen bei PFAS.

"Allerdings werden wir durch mehr Messungen an immer mehr Stellen und Auswertungen immer mehr Stoffe finden. Die Zahl der PFAS-Fundstellen in NRW nimmt daher tendenziell immer weiter zu", sagte Vietoris. Und die in Nordrhein-Westfalen angestrebte Umweltqualitätsnorm von 0,65 Nanogramm pro Liter werde an der Ruhr noch nicht erreicht.

Umweltschützer fordern strengere Regulierung

Greenpeace hatte Anfang 2025 gefordert, dass Deutschland den Umgang mit den gesundheitsgefährlichen PFAS-Chemikalien "besser regulieren" müsse. Grenzwerte im Rhein seien sechsfach überschritten. Das sei das Ergebnis von acht Stichproben, die Greenpeace in Dormagen, Leverkusen, Dinslaken, Duisburg, Düsseldorf und Krefeld entnommen hatte.

Einige PFAS hat die WHO mittlerweile als krebserregend oder potentiell krebserregend eingestuft. Manche dieser Chemikalien sollen das Immunsystem schädigen können. 2023 beschloss der Bund erstmals Grenzwerte für das Trinkwasser. Diese Vorgaben für bestimmte Substanzen gelten aber erst ab dem kommenden Jahr. Experten kritisieren, dies sei deutlich zu spät.

Für 20 PFAS-Verbindungen sind ab 2026 laut Landesumweltamt 100 Nanogramm pro Liter erlaubt. Vor zwei Jahren waren darauf landesweit 643 Proben überprüft worden - ohne, dass der künftige Grenzwert überschritten wurde.

Über dieses Thema berichtet der WDR am 27.06.2025 im Fernsehen.

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz und Mitteilung des Landesumweltamts
  • eigene Recherchen

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