Die Landesverwaltung muss offenbar mit einem Personalloch kämpfen: Wie aus einem Bericht von Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) hervorgeht, waren von den insgesamt rund 283.000 Planstellen für Beamte am 1. Juli fast 17.000 nicht besetzt. Das sind rund sechs Prozent.
Von den mehr als 51.000 Stellen für Tarifbeschäftigte waren mehr als acht Prozent nicht besetzt, nämlich 4.200. Die Auflistung umfasst neben den Ministerien, dem Amtsbereich des Ministerpräsidenten und dem Landtag auch zahlreiche nachgeordnete Behörden, Schulen, Hochschulen und die fünf Bezirksregierungen.
Größte Baustelle Schulen
In erster Linie liegt es laut Optendrenk daran, dass viele Fachkräfte wegen ihres Alters ausgeschieden sind und die Verfahren zur Nachbesetzung andauern.
Die größte Baustelle sind demnach die Schulen. Optendrenk erklärte, dass ein Handlungskonzept bereits in der Umsetzung sei und es solle "kurz-, mittel- und langfristig zu einer Verbesserung der Personalausstattung an Schulen und damit zu einer Sicherung der Unterrichtsversorgung beitragen".
Zum einen werde Fachkräften der Seiteneinstieg erleichtert und Alltagshelfer unterstützen bei nicht pädagogischen Aufgaben. Ein weiterer Baustein seien mehr Studienplätze für angehende Lehrer. Außerdem sind seit 1. August alle alle verbeamteten und angestellten Lehrkräfte an Grund-, Haupt- und Realschulen einheitlich in der Besoldungsstufe A13.
Personalsituation im Justizbereich verbessert
Im Justizbereich hat sich die Besetzung nach dem Bericht von Optendrenk verbessert - sowohl im Bereich der Planstellen für Beamte als auch bei den Arbeitnehmern.
Im Bereich des Innenministeriums gibt es zwar weiterhin eine hohe Personalfluktuation. Dennoch sind 90 Prozent der Stellen besetzt. Die Nachbesetzung der freien Stellen werde in sicherheitsrelevanten Aufgabenbereichen zusätzlich erschwert, weil Bewerber dort erst einmal erfolgreich eine Sicherheitsüberprüfung absolvieren müssen, erklärt Optendrenk.
Auf Antrag der SPD-Opposition wird sich der Haushaltsausschuss nach der Sommerpause im September mit dem Ausmaß und den Ursachen unbesetzter Stellen beschäftigen.
Unsere Quellen:
- Bericht von Finanzminister Optdendrenk
Sendung: WDR Aktuell 19.08.2026, 11:00 Uhr
