Qualmen im Auto: NRW will das verbieten

Bildquelle: PEter Steffen/ dpa

Aktuelle Stunde 19.09.2025 32 Min. 42 Sek. UT Verfügbar bis 19.09.2027 WDR Von Fritz Sprengart

Bundesländer starten neuen Anlauf für Rauchverbot im Auto

Stand:

NRW und einige andere Bundesländer wollen einen neuen Versuch unternehmen, den Nichtraucherschutz zu verbessern. Das Ziel: Schwangere und Kinder vor dem Passivrauchen schützen.

Konkret geht es um ein Rauchverbot in Autos - wenn dort Schwangere oder Kinder mitfahren. Ein entsprechender Antrag werde am 26. September ohne Änderungen erneut in die Länderkammer eingebracht, sagte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums der dpa. Zuvor hatte die "Rheinische Post" berichtet.

Es ist unverantwortlich, wenn Menschen in Gegenwart von Kindern oder Schwangeren in Autos rauchen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gegenüber der dpa

Ungeborene Kinder und Minderjährige könnten sich nicht vor den Gefahren des Passivrauchens schützen. Schädigungen der Lunge, erhöhtes Krebsrisiko und Wachstumsstörungen seien nur einige Gefahren. Der Staat habe daher eine besondere Schutzpflicht gegenüber denjenigen, die sich nicht selbst schützen könnten. 

Um das Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren zu erreichen, haben unter anderem NRW und Niedersachsen erneut eine Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes eingebracht. Erwartungen, dass auf freiwilliger Basis auf das Rauchen im Auto in Anwesenheit verzichtet werde, hätten sich nicht erfüllt, heißt es in dem Gesetzentwurf. 

Bundesländer starten neuen Anlauf für Rauchverbot im Auto

WDR Studios NRW 18.09.2025 50 Sek. Verfügbar bis 18.09.2027 WDR Online

Erhöhtes Krebsrisiko durch Passivrauchen

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg schätze, dass derzeit rund eine Million Minderjährige in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien. Außerdem erhöhe Passivrauchen das Krebsrisiko. So erkrankten Minderjährige, deren Eltern rauchen, beispielsweise häufiger an Lebertumoren oder Leukämie. 

Gerade in geschlossenen Räumen seien Minderjährige und auch ungeborene Kinder dem Passivrauchen verstärkt ausgesetzt, so der Entwurf:

Die Tabakrauchbelastung in geschlossenen Fahrgasträumen erreicht bereits beim Rauchen einer einzigen Zigarette innerhalb weniger Minuten ein Vielfaches einer stark verrauchten Gaststätte. Auszug aus dem Gesetzentwurf

Rauchverbot in Autos schon seit Jahren Thema

Wenn der Bundesrat den Gesetzentwurf zustimmt, ist der Bundestag am Zug. Schon seit Jahren gibt es Initiativen der Bundesländer für die Erweiterung des Nichtraucherschutzgesetzes. Zuletzt entschied der Bundesrat im März 2022, einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen.

Im Sommer 2023 lag auch ein Referentenentwurf aus dem Haus des damaligen Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) vor. Die Gesetzesänderung kam aber wegen des Ampel-Aus auf Bundesebene in der letzten Legislaturperiode nicht mehr zustande.

In anderen Ländern Europas drohen Geldstrafen

In anderen europäischen Ländern wurde ein Verbot bereits umgesetzt. In Italien etwa ist es tabu, zu rauchen, wenn sich Minderjährige oder Schwangere im Auto befinden. Bei Verstößen drohen laut ADAC, gestaffelt nach dem Alter der mitfahrenden Kinder oder Jugendlichen, Bußgelder von bis zu 500 Euro.

In Griechenland kann eine Geldstrafe von 1.500 Euro anfallen, sollte ein Kind unter zwölf Jahren mitfahren. Auch in Ländern wie Frankreich, Belgien, Großbritannien oder Österreich ist die Zigarette am Steuer in Anwesenheit von Minderjährigen verboten.

Unsere Quelle:

  • Nachrichtenagentur dpa

Über dieses Thema berichten wir am 18.09.2025 auch im Radio: WDR aktuell, 19 Uhr.

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