Brigadegeneral Hans-Dieter Müller beim Gelöbnis von Rekruten in Düsseldorf

Brigadegeneral Hans-Dieter Müller, 2. v.l, 2025 vor dem NRW-Landtag

Bildquelle: ddp/Oliver Langel

Wechsel beim Landeskommando Eine Art militärischer Ersthelfer für NRW

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Chefwechsel beim Landeskommando NRW der Bundeswehr: die Zeremonie in Düsseldorf mit zahlreichen Vertretern der Landespolitik - von Minister- bis Landtagspräsident - steht auch für die Zeitenwende.

Wegen eines schweren Unwetters in NRW soll die Bundeswehr dabei helfen, aufgeweichte Flussdeiche zu verstärken. Zeitgleich durchqueren auch noch verbündete Streitkräfte das Land Richtung Osten und ein 50-Tonner der US-Armee ist liegen geblieben. All das sind 'nur' Übungsaufgaben für das Landeskommando NRW der Bundeswehr - aber natürlich zugeschnitten auf dessen Kernaufgaben. Das Landeskommando soll im Krisenfall im Inland unterstützen - wie bei Corona oder der Flutkastastrophe - (Amtshilfe) und bei der "Drehscheibe Deutschland" helfen, dann also, wenn NATO-Partner Einheiten durch NRW bewegen.

Am Dienstag gibt es einen Wechsel an der Spitze. Brigadegeneral Hans-Dieter Müller geht nach rund 44 Jahren in der Bundeswehr in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Brigadegeneral Walter Schulte. Die Amtsübergabe wird mit einigem Aufwand begangen, u. a. werden Landtagspräsident Kuper und Ministerpräsident Wüst mit einem Großteil des Kabinetts teilnehmen.

Bundeswehr: Mehr Sichtbarkeit - oder zuviel Sichtbarkeit?

Das Landeskommando ist erster Ansprechpartner für die Landesregierung. Den Austausch beschrieb Müller zuletzt als "sehr gut". Es mangele der Bundeswehr auch nicht an Umsetzungwillen für die neue Rolle, aber an etwas anderem: "Erst hatten wir kein Geld, aber Zeit. Jetzt haben wir Geld, aber keine Zeit mehr."

Brigadegeneral Hans-Dieter Müller beim Gelöbnis von Rekruten in Düsseldorf

Brigadegeneral Hans-Dieter Müller beim Gelöbnis von Rekruten in Düsseldorf 2025

Bildquelle: ddp/Oliver Langel

Müller war im Juni im Hauptausschuss des Landtages zu Gast, wo Uniformen nicht gerade zum Alltagsbild gehören. Aus seiner Sicht steht der Besuch für die Wertschätzung der Bundeswehr - und damit auch für die Zeitenwende. Die enorm gestiegenen Ausgaben für die Bundeswehr und ihre neue Sichtbarkeit lösen aber auch Debatten aus. So auch im vergangenen Jahr, als ein Gelöbnis auf der Landtagswiese einschließlich eines dafür aufgefahrenen Panzers vor dem Landtag Gegendemonstranten auf den Plan rief.

Dem Landeskommando mit Sitz in Düsseldorf unterstehen fünf Bezirksverbindungskommandos entsprechend den fünf Regierungsbezirken in NRW, sowie 54 Kreisverbindungskommandos - alles in allem mit mehr als 600 Reservistinnen und Reservisten. Dazu kommen noch die Verbindungskommandos zum NRW-Innenministerium sowie zu den Niederlanden und Belgien. All die seien "in der Region verwurzelt und in der Regel vor Ort bestens vernetzt", so das Landeskommando.

Außerdem gehört noch der Heimatschutz dazu. In NRW ist das das Heimatschutzregiment 2 (von insgesamt sechs in ganz Deutschland) mit Sitz in Münster, das sich ebenfalls fast ausschließlich aus Reservisten zusammensetzt. Das kann, sagte Müller, durchaus eine Herausforderung sein. Schließlich brauche es die "doppelte Freiwilligkeit": sowohl des Reservisten, als auch dessen Arbeitgeber für die Freistellung.

Wechsel an der Spitze des Landeskommandos NRW

WDR Studios NRW 15.09.2026 36 Sek. Verfügbar bis 14.09.2028 WDR Online

Landtagspräsident: Unverzichtbare Helfer

Landtagspräsident André Kuper sagt dem WDR vor der Übergabezeremonie: "Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und muss in der Gesellschaft verwurzelt sein. Dafür ist das Landeskommando wichtiger Ausdruck der regionalen Präsenz in Nordrhein-Westfalen." Für ihn war das öffentliche Gelöbnis vor dem Landtag auch Ausdruck dessen, die Bundeswehr sichtbarer zu machen. Die Hilfe der Truppe in der Coronapandemie und bei der Unwetterkatastrophe nennt Kuper "unverzichtbar".

Vom Landeskommando NRW heißt es: "Wir intensivieren die Zusammenarbeit, wir üben gemeinsam mit den zuständigen zivilen Organisationen und wir bilden die Soldatinnen und Soldaten in den Verbindungskommandos weiter aus."

Unsere Quellen:

  • Mitteilung des Landeskommandos NRW
  • Stellungnahme des Landtagspräsidenten
  • Eigene Recherchen

Sendung: WDR.de / Wechsel an der Spitze des Landeskommandos NRW, 15.09.2026, 06:00 Uhr

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