Darum geht's
Es ist schrecklich heiß in diesem Jahrhundertsommer in Südschweden und eine Anstrengung für Ingmar, den Rosengarten seiner verstorbenen Frau instand zu halten. Ingmar war mal ein angesehener Theaterregisseur und glücklich mit einer Rosenliebhaberin verheiratet.
Mittlerweile ist er Witwer und in der Gemeinde als Kauz verschrien. Sein Haus ist heruntergekommen, nur die Rosen sind gepflegt. Seine Tage verbringt Ingmar damit, sich alte Inszenierungen auf Video anzuschauen.
An einem heißen Sommertag entdeckt er in seinem verwilderten Garten eine alte Wasserleitung. Als er den Hahn aufdreht, beginnt es plötzlich zu regnen! Kein einmaliger Vorfall, wie er schnell bemerkt.
Ingmar würde das Geheimnis gern für sich behalten, doch sein distanzloser Nachbar Rolf, der das Treiben beobachtet hat, will mit dem Wunder eine Frau beeindrucken.
Ingmar ist unsicher, was er tun soll. Schließlich könnte er als bekannter Regenmeister die Anerkennung zurückerlangen, die er als Theaterregisseur hatte. Doch so einfach ist das Leben nicht.
Darum geht's wirklich
Neben der großen Sehnsucht nach Abkühlung an heißen Sommertagen geht es im Film von Hannes Holm ("Ein Mann namens Ove") auch um Versöhnung und die Möglichkeit zu einem späten Neuanfang.
Die spielen mit
Der in Schweden beliebte Komiker und Schauspieler Robert Gustafsson spielt den schrulligen Ingmar. Gustafsson hat auch schon den "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand" verkörpert. Schauspieler und Autor Jonas Karlsson, der auch die Romanvorlage schrieb, spielt den nervigen Nachbarn Rolf.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
Von der ersten Minute an brät die Sonne auf den kleinen Ort in Südschweden und macht unmissverständlich klar, wie die Menschen unter der Hitze leiden und sich nach Regen sehnen. Ausgerechnet der Dorfkauz hat ein Mittel dagegen. Warum das so ist, lässt der Film von Regisseur Hannes Holm bis zum Schluss offen.
Dieser magische Realismus trägt die liebenswerte Tragikomödie, die auf schrulligen Humor setzt. Hier kann sich Holm auf seine beiden Hauptdarsteller verlassen: Robert Gustafsson überzeugt durch gezielte Mimik, Jonas Karlsson, der auch die Romanvorlage schrieb, trägt in seinen Szenen etwas dicker auf.
Im Verlauf verliert sich die charmante Grundidee in zu vielen Nebenhandlungen, bis sie in ein zu erwartendes Finale mündet.
An heißen Tagen kühlt die liebenswerte Geschichte wie ein lauer Sommerregen. Wer schwedische Tragikomödien mit schrulligen Charakteren mag und nach leichter Unterhaltung sucht, ist hier richtig!
Die Bewertung auf einen Blick
Vier von fünf Sternen
Tragikomödie, Schweden 2025
Regie: Hannes Holm
Länge: 99 Minuten
Ab 12 Jahren
Kinostart: 13.08.2026
Sendung: WDR 2 Sommerradio, 13.08.2026, ab 15:05 Uhr